Freitag, 20. Januar 2023


Belgien, Tournai (Hennegau):
Kathedrale Notre Dame, 1100 - 1255 erbaut 




Diese Kathedrale, die mitten in Tournai steht, ...



... gehört seit 2000 zum UNESCO-Kulturerbe.



Sie besteht aus einem riesigen romanischen Kirchenschiff,
vier romanischen Glocken- und einem Vierungsturm sowie
einem langen hochgotischen Ostchor aus dem 13. Jhdt.



Schon von Weitem kann man die fünf Türme von Notre-Dame sehen.



Diese ragen zwischen Langhaus und Chor empor,
zwei weitere geplante Westtürme wurden nie gebaut.



In Sichtweite des ältesten Belfrieds (Uhrturms) von Belgien,
dessen innere Mauern ebenfalls aus dem 12. Jhdt. stammen, ...



... wird schon seit Jahrzehnten der gotische Chor renoviert.



Dieser entstand von 1242  bis 1255 - wohl in ...



... Anlehnung an den ersten gotischen Chor
von St. Denis in Paris.



Hier nun der südöstliche alte Glockenturm, ...



... vor dem ein riesiger Kran aufgestellt ist.



Während er unten mit Blendarkaden gegliedert ist,
sind die Schalllöcher seiner drei oberen Etagen offen.



Zwischen südöstlichem und südwestlichem Turm ist ...



... ein gigantisches romanisches Querhaus ausgebildet.



Dieses hat gar drei Etagen und große Rundbogenfenster.



Das oberste Geschoß ist kleiner und verleiht dem Querschiff
somit eine gewissen Leichtigkeit.



Das gesamte Ensemble ist so groß wie wahrscheinlich ...



... der ursprüngliche romanische Ostchor einmal war.



Gleich dahinter verbirgt sich dieses
romanische Rundbogenportal, ...



... das aber wegen der Baustelle nicht zugänglich ist.



Auf seiner Seite befinden sich weitere
romanische Rundbogenfenster und -friese.



Auch das Langhaus hat für romanische Verhältnisse mit ...



... 26 m Höhe, 20 m Breite und 48 m Länge gewaltige Ausmaße.



Das Querhaus kommt sogar auf 48 m Höhe.



Die vier Türme sind gar ein jeder 83 m hoch und ...




... verdecken den kleineren, aber breiteren
Vierungsturm in ihrer Mitte fast vollends.



Das romanische Langhaus ist dreischiffig und ...



... hat zwei zweigeschoßige Seitenschiffe mit ...



... zwei Reihen mit relativ großen Rundbogenfenstern.



Besonders hübsch ist der Obergaden des ...



... Mittelschiffs geschmückt mit jeweils drei dünnen
Säulchen neben jedem Fenster.



Im Westen endet der Obergaden gar mit
zwei schlanken Türmchen mit Blendsäulen.




Auf der Abzäunung der Baustelle kann man die
Grundrisse der einzelnen Bauphasen der Kathedrale studieren:

Der aktuelle Bau ist dabei in Hellgrau zu sehen,
in Hellblau ist der romanische Bau des 12. Jhdts.
und die dünnen, schrägen Mauern links gehen
sogar auf römische Thermen zurück.



Interessant erscheinen weiters der gelbe Bau
aus der Zeit der Merowinger (5. Jhdt. bis 751) bzw. der
in Hellgrün dargestellte karolingische Bau aus um 800.



Hier eine Darstellung, wie die Kathedrale
laut romanischem Plan hätte aussehen sollen.



Es hätten also noch zwei so hohe Türme
auf der Westseite hinzukommen sollen.



Wegen der Baustelle geht es wieder am riesigen ...



... südlichen Querhaus und seinen beiden Türmen vorbei, ...



... um auf die Nordseite der Kathedrale zu gelangen.



In ihrer Basis haben die Glockentürme
doch noch einige schmale Schlitze oder Fenster.



Die Maßwerkfenster des gotischen Chors
basieren interessanter Weise auf einer Mauer
mit kleinen Rundbogenfenstern.



Hier nun der Blick auf die Nordtürme, ...



... die nicht exakt gleich sind wie die Südtürme.



Sie haben in der dritten Etage von oben nur je ein Fenster.



Außerdem hat der Westturm schmälere Fenster
und scheint älter zu sein als sein östlicher Zwilling.



Das nördliche Querhaus ist genau so
riesig wie das südliche und wird oben ...



... ebenso von einer Art Laterne bekrönt.



Auch hier fällt der rote Dachabschluss darunter auf.



Das Portal neben dem Querhaus ist baugleich wie jenes
auf der Südseite und kann besichtigt werden.



Weiter östlich setzt sich das Langhaus fort,
wird aber von einem Haus mit Treppengiebel verdeckt.



Das Portal besteht aus einem Rundbogenportal, ...



... über dem sich ein weiterer, kleinerer Bogen befindet, ...



... der ein Triforium mit zwei Säulen umspannt.



In beide Bögen sind Skulpturen eingemeißelt, ...




... die allerdings schon ziemlich verwittert sind.



Die beiden Kapitelle der Portalsäulen hingegen dürften
erneuert worden sein und zeigen Männer mit Hunden,
die in ihre Wangen beißen, bzw. unten ...



... zwei friedliche Löwen mit eingekringelten Schwänzen.



Durch dieses Portal geht es nun in die Kathedrale, ...



... deren schiere Größe und Helligkeit verblüfft.



Das romanische Langhaus ist später eingewölbt worden ...




... und hat in seinem Obergeschoß ...



... ein hohe und geräumige Empore.



Der gotische Chor ganz im Osten ist ...



... seit mehr als 20 Jahren eine Baustelle ...



... und muss von einem Gerüst gestützt werden.



Der Lettner davor stammt aus der Renaissance und ...




... wird von einem romanischen Kreuz überhöht.




So prächtig sieht der Chor aus, ...




... wenn er wieder allgemein zugänglich ist.



So kann man aber mit den großen Querhäusern
vorlieb nehmen und sich vorstellen, wie ...



... die romanische Ostapsis wohl einmal ausgesehen hat.



An einigen Säulen sind noch Kapitelle mit
Pflanzenornamenten erhalten.



Hier das südliche Querschiff mit seiner Empore
und seinem hellen Obergeschoß, ...



... das baugleich ist wie sein nördliches Gegenüber.


 

Derzeit übernimmt das südliche Querhaus ...



... die Aufgaben des baufälligen Ostchors und ...



... beherbergt den Hauptaltar.



Hier ein Blick ins romanische Seitenschiff, ...



... dessen Gewölbe auf Säulenbündeln ruhen.



Am Westende des romanischen Langhauses,
das seinen Namen wirklich zu Recht verdient, ...



... befindet sich eine riesige Rosette mit bunten Mosaiken.



Davor befinden sich vor der südlichen Mittelschiffswand ...



... Ausgrabungen einer frühchristlichen Kirche.




Eine Ausstellung stellt den Ursprung von Notre-Dame
über einer römischen Badeanlage dar.


 

Danach entstand hier ab dem 5. Jhdt. ...



 
... eine erste frühchristliche Kirche mit noch ...



... schlichtem, einschiffigem Bauplan.



Diese wurde gegen Ende des 5. Jhdts. erweitert ...




... und schließlich zur dreischiffigen Basilika ausgebaut.



So könnte sie zur Zeit der Merowinger
innen ausgesehen haben.



Bereits im 9. Jhdt. wurde die Kathedrale wiederum vergrößert ...



... und bekam ein ausgeprägtes Querhaus mit vielen Apsiden.




Um das Jahr 1000 sah sie dann ungefähr so aus ...



... und hatte eine weniger aufwändig
gestaltete, aber dafür breitere Ostseite.



Außerdem kam erstmals ein Westturm hinzu,
der aber im 12. Jhdt. der Vergrößerung ...



... des Langhauses wieder zum Opfer fiel.



Im Seitenschiff sind romanische Kapitelle sowie ...



... alte Blendsäulen aus Marmor zu sehen.



Weiters ist noch erwähnenswert, dass bei einem
bewaffneten Überfall auf die Kathedrale im Jahr 2008
13 Kunstgegenstände im Wert von 40 Mio. Euro entwendet wurden,
die aber großteils unverkäufich sind.



Dann geht es nach einem letzten Blick
in das gewaltige Langhaus der Kathedrale ...



... auf deren Westseite, wo sich der Bischofsplatz befindet.



Die Westfassade wird von der Rosette, zwei kleinen
Türmchen und unten einer offenen Galerie dominiert.



Hie das romanische Langhaus mit der Westfassade
in einer schematischen Darstellung in Hellblau.



Auf dieser Aufnahme ist auch der Vierungsturm
mit seinen Blendarkaden gut zu sehen.



Die baufällige Situation der riesigen Kathedrale ...



... ist übrigens symptomatisch ...




... für die gesamte Innenstadt von Tournai, ...



... v.a. entlang des Flusses Schelde, von dem aus
man die Kathedrale immer wieder sehen kann.



Tournai wäre sonst wahrscheinlich ein hübsches Städtchen, ...



... wären mir nicht bereits Samstag-Mittag so viele
betrunkene und verwahrloste Menschen begegnet.



Auch hat Tournai den ältesten Uhrturm Belgiens
mit einem heute kaum mehr erkennbaren Kern
aus dem 12. Jhdt.







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