Mittwoch, 21. Februar 2018


Italien, Cagliari (Sardinien, Provinz Cagliari):
Byzantinische Basilika San Saturno, 
im 5. Jhdt. begonnen, im 10. Jhdt. fertig gestellt



Dieser Baurest eines einstigen Kreuzkuppelbaus
- der von den Einheimischen "San Saturnino" genannt wird -
 gehört zu den ältesten Kirchenruinen im mediterranen Raum
und war Vorbild für die byzantinischen Kirchen auf Sardinien.


 
Der noch erhaltene Ostflügel des einstigen Zentralbaus
steht auf der Piazza San Cosima in Cagliaris Stadtteil Villanova.

 

Die Fertigstellung der Kirche
erfolgte erst Ende des 10. Jhdts., ...



... da der Bau um 455 n. Chr.
durch die Eroberung der Vandalen unterbrochen wurde.


 
Die Spanier zerstörten im 17. Jhdt.
die zerfallende Bausubstanz,
indem sie den größten Teil der Steine
für den Neubau der Kathedrale abtrugen.



Ein Bombentreffer der Aliierten besorgte 1943 den Rest.



So sind von San Saturno nur noch der Ostteil ...




... und die Vierung erhalten, die nun
durch diese riesigen Glasfenster abgeschlossen wurde,
die beiden Querhäuser sind ebenfalls abgegangen.



Von der ehemaligen Westseite ...



... stehen nur noch diese beiden Rundbogenportale.



Der Hl. Saturninus, der von 285 - 304 in Cagliari lebte,
erst 19-jährig unter Kaiser Diokletian sein Martyrium erlitt
und in der Nekropole begraben wurde, 
auf der die Basilika heute steht,
ist der Patron der Stadt. 

1621 wurden seine Reliquien allerdings in den Dom überführt,
wo sie sich noch heute befinden.



Leider war das Gelände um die Basilika schon abgeschlossen, ...



... daher nur diese fragmentarischen Fotos
von der Ostseite mit ihren Rundbogenfriesen.



Die Basilika ist tonnengewölbt ...



... mit Rundbögen auf Pfeilern, die die beiden ...



... noch bestehenden Teile der Seitenschiffe abtrennen,
die Ostapsis hat zwei kleine Lichtöffnungen.



Die große Kuppel hat vier Konchen und vier Fenster.



Neben der Apsis erlaubt dieses Rundbogenportal
den direkten Zugang zum Seitenschiff.



Diese kleine Weihwasserschale
ist beim Eingang an der Westseite zu finden.







Sonntag, 18. Februar 2018



Italien, San Giovanni di Sinis (Sardinien, Provinz Oristano):
Byzantinische Kirche San Giovanni di Sinis, 
um 600 erbaut



Diese alte byzantinische Kirche liegt auf der Sinis-Halbinsel 
in der Provinz Oristano bei Cabras auf Sardinien, ...



... und zwar auf dem Weg zur phönizisch-punischen Nekropole 
der antiken Stadt Tharros.



Sie ist eine der kirchengeschichtlich interessantesten, 
weil ältesten byzantinischen Kirchen auf Sardinien ...



... und übte starken Einfluss auf die Kirchenbauten 
der Insel der folgenden Epochen aus.



Die heutige dreischiffige Kirche ist das Ergebnis 
einer späteren Abwandlung ...



... einer kreuzförmigen byzantinischen Kirche 
des 6. oder 7. Jhdts., ...



... die in römischer Quaderbauweise errichtet wurde.



Von außen sind die kubischen Elemente ...



... mit der zentralen Erhöhung 
durch eine Kuppel über der Vierung, ...



... dem ältesten Teil der Kirche, gut erkennbar.



Am nördlichen Querarm ...



... wurde ein Biforium zugemauert.



An der Ostseite befindet sich ...



... eine kleine, fensterlose Apsis.



Die beiden Seitenschiffe sind mit Streben gestützt.



Ebenfalls am nördlichen Querhaus
ist ein noch offenes Biforium 
in erstaunlicher Höhe knapp unter dem Dach zu finden.



Die Kirche wurde etwas lieblos
einfach mit einem Betondach versehen.



Innen strahlt San Giovanni ...



... nicht zuletzt wegen seiner Moosbewachsung ...



... einen ganz besonderen Charme aus.



Hier die kleine Kuppel über der Vierung.



 Auf dem steinernen Altar darunter ...



... befindet sich ein Blumengesteck, ...



... die Apsis dahinter
ist fast vollständig mit Moos überzogen.



Sowohl Langhaus ...



... wie auch Querhaus ...



... weisen Kämpfergesimse auf, 
auf denen heute die indirekte Beleuchtung 
montiert ist.



Hier das zugemauerte Biforium ...



... von innen gesehen.



Ziemlich ungewöhnlich ist das Biforium
über der kleinen Ostapsis ...



... mit seiner Rundsäule.



Die Kirche ist tonnengewölbt ...



... mit einigen kleinen, 
quadratischen Lichtöffnungen darin.



Auch in der südlichen Seitenapsis
befindet sich ein kleiner Steinaltar
mit einer Statue von Johannes dem Täufer.



Die Pfeiler zwischen Mittel- und Seitenschiffen ...



... sind sehr massiv und ziemlich klobig.



Um San Giovanni befand sich früher ein Friedhof,
der noch in frühchristlicher Zeit benutzt wurde.





Absolut sehenswert!