Donnerstag, 18. Januar 2018


Italien, Barumini (Sardinien, Provinz Campidano):
Kirchlein San Giovanni Battista, 12. Hälfte 13. Jhdt.



Nur wenige Kilometer östlich
 der wohl berühmtesten Nuraghe "Su Nuraxis" der Insel
befindet sich diese kleine Kirche im Ort Barumini
unweit der Pfarrkirche der Unbefleckten Empfängnis.



Sie ist denkbar einfach gestaltet,
hat zwei parallele Kirchenschiffe mit je einer Apsis im Osten,
die allerdings aus zwei verschiedenen Bauphasen stammen.

Aufgrund seiner Bauweise wird das südliche Kirchenschiff
in die 2. Hälfte des 13. Jhdts. datiert.

 Man nimmt an, dass die Kirche 1316 geweiht wurde,
als der Ort Barumini das erste Mal Erwähnung fand.



 Das spitzbogige Portal wurde erst später eingefügt,
wie an den kleinen Steinen darüber gut ersichtlich ist.


 
Das nördliche Schiff aus Quadersteinen aus rotem Vulkanstein,
die im Kontrast zum hellen Sandstein des Südschiffes stehen,
wurde erst im 15. Jhdt. angebaut.



Dieses erhielt ein ungewöhnlich breites Rundbogenportal.



Die Nordseite ist heute fensterlos,
hat dafür aber noch eine weitere Eingangstüre.

(Das Foto ist leider unscharf.)



Die beiden Ostapsiden sind im selben Stil erbaut
und dürften ebenfalls aus dem 15. Jhdt. stammen.



An der Nordostecke des Kirchenbaus ...



... kamen noch einmal helle und rötliche
Quadersteine zum Einsatz ...




... ebenso wie zwischen den beiden Apsiden, ...



... die beiden nur je einen kleinen Lichtschlitz aufweisen.



Die beiden Kirchenschiffe sind innen 
durch Pfeiler mit Arkaden getrennt,
von denen einer an seinen Ecken Löcher hat.

Angeblich wurden hier früher die zum Tod Verurteilten
in Erwartung ihrer Exekution festgebunden.

Leider war San Giovanni nicht offen.










Montag, 15. Januar 2018


Italien, Masullas (Sardinien, Provinz Oristano):
Kirchlein San Leonardo, 1. Hälfte 12. Jhdt.



Diese kleine Kirche steht in einem
der historischen Ortskerne von Masullas
und ist aus vulkanischem Sandstein erbaut.



Sie hat auf jeder Seite nur ein Rundbogenfenster, ...



... das wie hier an der Nordseite
aus Steinen in mehreren Farben gestaltet ist.



Hier wurde offensichtlich ein Portal
nachträglich zugemauert.



Die Sandsteine sind z.T. wirklich auffällig 
und interessant gemasert.



San Leonardo hat einen rechteckigen Grundriss ...



... mit einer halbrunden Apsis im Osten, ...



... die ebenfalls ein Rundbogenfenster aufweist.



Der schlichte, mit Holz eingedeckte Innenraum ...




... steigt nach Osten zu an,
sodass der Altarraum erhöht ist.

 (Foto aus dem Internet entnommen,
da die Kirche zugesperrt war)

Während der Restaurierung im Jahr 1977 kamen darunter
die Fundamente einer Vorgängerkirche zum Vorschein.



Auch die Südseite hat nur ...



... eine kleine Lichtöffnung, ...



... dafür ist das Seitenportal hier noch intakt.



Die Westfassade ist durch ein Rundbogenfries zweigeteilt:

Der untere Teil ist schlicht
und nur durch die verschiedenen Farben der Steine
und das Rundbogenportal gestaltet.

Der obere Teil hat ein Biforium
mit einem kleinen Campanile darüber.










Freitag, 12. Januar 2018


Italien, Mogoro (Sardinien, Provinz Oristano):
Kirchlein Sant'Antioco, 12. Jhdt.



Auf einem kleinen Hügel mitten im Ort 
steht diese kleine romanische Kirche,
die einem der Patrone Sardiniens geweiht ist,
nämlich dem Hl. Antiochus, der afrikanischer Herkunft war.



Diese Widmung lässt vermuten, dass diese Kirche
vielleicht sogar byzantinischen Ursprungs ist.



Charakteristisch sind die dunklen Basaltsteine,
aus denen sie erbaut ist ...


 

... sowie ihr zweibogiger Campanile,
der gleich neben dem Mauerbogen 
oben an der Westfassade angefügt wurde.



Beim Redesign der Kirche in der Mitte des 19. Jhdts.
wurden Basaltblöcke der nahen, aber zerstörten 
Kirche San Pietro wieder verwendet. 



Der einschiffige Rechteckbau 
ist heute relativ lieblos verputzt.



An der Ostseite ist keine Apsis mehr erhalten, ...



... doch dafür ist die Nordwestseite
noch teilweise steinsichtig ...



... mit hellen Sand- und dunklen Basaltsteinen.



Während der Renovierung wurde leider 
auch der die Kirche umgebende Friedhof zerstört.








 

Dienstag, 9. Januar 2018


Italien, Mogoro (Sardinien, Provinz Oristano):
Chiesa del Carmine, Anfang 14. Jhdt.
 


Diese kleine Kirche, die am südlichen Ortsrand steht,
stellt bereits ein interessantes Beispiel einer Kirche
am Übergang von der Romanik zur Gotik dar.



Während das Westportal mit seinem Architrav
und Rundbogen aus gelbem Sandstein noch romanisch ist,
sind das Biforium und die gelappten Bogenfriese darüber
bereits dem gotischen Stil zuzuordnen.



Auf der linken Seite des Biforiums ...



... befindet sich eine bereits erodierte Skulptur mit drei Figuren.



Am Portal selbst gibt es weitere Steinreliefs,
darunter auch einen romanischen Kopf
(im Bild rechts unten).



Das Seitenportal an der Nordseite
hat bereits einen gotischen Spitzbogen, ...



... obwohl die schmalen Rundbogenfenster daneben ...



... sowie auch manche der Kragsteine
wie dieser hier mit seinem Tierkopf
noch eindeutig der Romanik verhaftet sind.



Die Ostapsis ist ungewöhnlicher Weise rechteckig ...



... und mit einem Flachdach gedeckt.



Im Verlauf ihrer Geschichte wurde diese Kirche
das Gotteshaus eines Karmeliterordens, ...



... dessen Gebäude teilweise noch erhalten sind.



Dieser Campanile aus Ziegelsteinen
wurde dem Nebengebäude erst später aufgesetzt.

Innen ist die Kirche einschiffig und mit Holz gedeckt,
doch leider war sie geschlossen.