Montag, 20. Juni 2022


Spanien, El Port de la Selva (Girona, Catalunya):
Ehemaliges Kloster Sant Pere de Rodes, 
10. - 12. Jhdt.



Mitten im Nationalpark "Cap de Creus", das in Kreuzform ...


 

... - daher auch der Name "Kreuzkap" - im Nordosten Kataloniens ...



... ins Mittelmeer hinausragt bzw. in 500 m Seehöhe darüber ...



... wurde diese ehemalige Benediktinerabtei im 9. Jhdt. gegründet.



Man erreicht sie über eine äußerst kurvige Bergstraße ...



... und kommt zuvor noch an einer weiteren romanischen ...



... Kirche vorbei, der Ermita de Santa Creu de Rodes.
(s. Extra-Eintrag)



Nachdem man den Wagen am Parkplatz abgestellt hat, ...



... gelangt man die letzten Meter zu Fuß zum Kloster, ...




... dessen großartige Kulisse bereits einiges verspricht.



Neben diesem später errichteten Befestigungsbau ...



... und durch dieses Wehrtor daneben ...



... gelangt man schließlich in die Klosteranlage.



Ein Orientierungsplan zeigt die Größe der Anlage
und welche Teile man besichtigen kann.



Der erste Blick fällt nicht auf das Kloster,
sondern auf die herrliche Umgebung und das Meer.



Nach dieser Galerie geht es dann die Stufen hinab ...



... zur Westfassade der ehemaligen Klosterkirche,
der das sicher einst wunderschöne romanische
Rundbogenportal leider abhanden gekommen ist.



Darüber thronen die beiden Türme in der Morgensonne.



Hier der Nordwestturm, der im so genannten
lombardischen Stil gestaltet ist.



Durch ein erstes Portal geht es in einen Vorraum der Kirche, ...



... in dem einige Exponate, die vom großartigen Portal
noch übrig sind, ausgestellt sind.



Dieses war vom berühmten "Meister von Cabestany"
im 12. Jhdt. gestaltet worden, u.a. mit diesen Figuren.



Auch dieses Lamm Gottes mit Kreuz am Rücken zählte dazu.



Die Vorhalle wirkt etwas unförmig und hat große Bögen.



Dann geht es in die Kirche, die während
der Blütezeit des Klosters im 11. Jhdt. erbaut wurde,
aber heute eigentlich nur noch eine Ruine ist.



Dennoch wirkt sie immer noch imposant
mit ihrem Tonnengewölbe ...



... und den herrlich verzierten Kapitellen, ...



 ... auf denen ihre Arkaden und Dienste ruhen.



Diese sind in Dreiergruppen um einen Pfeiler angeordnet ...



... und weisen fast alle filigrane Pflanzenornamente auf.



Auch ihr oberer Bereich ist meist kunstvoll dekoriert, ...



... bei manchen ist dieser Bereich aber schlicht
oder nicht mehr vorhanden und wurde ersetzt.



Interessant ist, dass die Säulen auf Sockeln stehen,
vielleicht gab es früher einmal eine Unterkirche
mit einem Boden darüber.



Hier nun der Blick in die Rückseite des Mittelschiffs, ...



... bei dem auch die beiden gleich hohen, aber wesentlich
schmäleren Seitenschiffe gut zu sehen sind.



Auch diese Kapitelle lassen sogar ...



... arabische Einflüsse bei ihrer Gestaltung erkennen.




Hier nun die - teilweise rekonstruierte - Mittelapsis,
die einen Chorumgang hat, damit die Pilger früher ...



... die Mönche während der Messfeier nicht störten,
während sie sich den verehrten Reliquien näherten.




Hier der Blick in die aus Quader- und Bruchsteinen
errichteten Mauern von Mittelschiff und -apsis.



Unter dem Chorumgang gibt es eine Art "Krypta", ...



... die aus völlig anderen Steinen - nämlich ...



... geschichtetem Bruchstein errichtet ist.



Hier eine der kurzen Säulen, die das Gewölbe trägt, ...



... und hier eine kleine Apsisnische mit Rundbogenfenster.



Der Umgang darüber ist genauso schmal und ...




... hat ebenso eine Nische mit Fenster über der "Krypta".




Hier ist auch noch ein Teil eines Freskos erhalten.




Vom Chorumgang bekommt man einen Eindruck,
wie groß diese Kirche eigentlich ist.



Dann geht es wieder zurück in die drei Kirchenschiffe, ...



... von denen die beiden seitlichen extrem schmal sind.



Die erste urkundliche Erwähnung des Klosters
 stammt aus dem Jahre 878, doch erst für ...



... 945 ist eine eigenständige Benediktiner-Abtei
unter der Leitung eines Abtes nachgewiesen.




Seine Blütezeit hatte das Kloster im 11. und 12. Jhdt., ...



... wo man auch so namhafte Künstler wie den "Meister von Cabestany"
zur Schaffung der Portale der Kirche hierher bitten konnte.



Hier nun das südliche Querhaus, ...



... von dem diese kleine Seitenapsis abgeht, sowie ...



... hier der Blick vom südlichen ins nördliche Querhaus.




Dann geht es durch diese Glastüre ...



... und diesen Treppenaufgang hinauf ...



... in den schönen Kreuzgang des Klosters.



Zwar ist hier nicht mehr alles erhalten, jedoch
so gut wie möglich rekonstruiert worden.



Die vier Kreuzganggalerien sind ...


 
... alle mit einer Halbtonne gewölbt.



Die fehlenden Triforien zum Kapitelsaal
sind inzwischen schlicht ergänzt worden.



In der Mitte steht ein barocker Brunnen.



Er steht auf einem Sockel, der Innenhof ist sonst ...




... bis auf ein paar Kletterpflanzen nicht begrünt.



Im Nordflügel, der an die Kirche anschließt, ...



... kann man die Steinschlichtung der Wände sehen.



Hier wird auch ersichtlich, dass der Kreuzgang ...



... früher einmal zweistöckig war - doch dazu später.



Leider wurden die Säulen und Kapitelle ...



... des oberen und jüngeren Kreuzgangs ...




... alle zu späteren Zeiten geraubt.



Hier sind nur noch Rekonstruktionen zu sehen ...



... wie dieses berühmte Kapitell eines Abtes
mit seinen Mönchen.



Hier der Blick auf Kreuzgang und Nordturm.



Einige der Mauern, die an den Turm anschließen,
sind heute nur noch Ruinen.



Von dieser Seite sind die einfachen und doppelten
Rundbogenfenster sowie die Rundbogen- und
Zahnfriese des lombardischen Stils gut zu erkennen.




Die Rekonstruktionen des oberen Kreuzgangs ...


 

... waren erst im Jahr 1997 abgeschlossen.



Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen.



Von hier gehen auch einige ehemalige Räume ab ...



... wie das ehemalige Refektorium, das ebenso
alt ist wie die Kirche.



Von seinem großen Fenster kann man ...



... das Kap de Creus und das Meer sehen.



Da das Refektorium eigentlich relativ klein ist, ...



... vermutet man, dass nie mehr als 20 Mönche hier lebten.



Vom Refektorium geht eine Treppe hinab
- wohl in den unteren Kreuzgang.



Die Rückseite des Refektoriums schließt
direkt an den nackten Felsen an.



Hier nun die weiteren Galerien des Kreuzgangs mit
ihren runden Arkaden, die auf Zwillingssäulen ruhen.



Sie sind jeweils in Dreiergruppen angeordnet und
dazwischen von breiteren Pfeilern getrennt.



Vor einem der Flügel ist ein Durchlass auf
den unteren Kreuzgangtrakt offen gehalen.



Der Niedergang des Klosters begann bereits im 14. Jhdt.,
als zu Problemen innerhalb des Ordens auch noch
Angriffe von außen traten, denn wegen ...


 

... ihrer exponierten Lage hoch über dem Meer war die Abtei
immer wieder Überfällen und Plünderungen ausgesetzt.




1798 gaben die Benediktiner das Kloster endgültig auf
und siedelten nach Figueras um.


 

1835 kam das endgültige Ende der Mönchsgemeinschaft.




Das Kloster verfiel ebenso wie die unweit
des Klosters gelegene Kirche Santa Helena de Rodes.



Hier weitere rekonstruierte Säulen und Kapitelle, ...



... die - wie die Originale - Basen mit vier Noppen haben.



Hier nochmals die Steinschlichtung der Rückwand,
die an römisches "Opus spicatum" (Fischgrätmuster) erinnert.



Der obere Kreuzgang ist übrigens leicht trapezförmig, ...



... seine vier Flügel sind nicht alle gleich lang.



Nach einem kurzen Blick in dieses Gemäuer ...



... geht es eine Treppe hoch zur Basis des Nordturms.



Dieser Blick in den Turm ist wirklich einzigartig, ...



... er hat also kein Innenleben mehr, auch keine Glocken.



Über eine weitere Mauerruine schließt der ...



... der kleinere und heute völlig zugemauerte Südturm an.



Dahinter befanden sich früher weitere Klostergebäude ...



... mit einer Steinsäule in ihrer Mitte.



Auf dem Berg dahinter sind die Reste des Castells
Sant Salvador de Verdera zu erkennen.



Unser Rundgang führt wieder zurück ...



... und in den Kreuzgang, von wo es wieder ...




... die Treppe ins südliche Querhaus hinunter geht.



Von hier gelangt man in den unteren Kreuzgang, ...



... der erst 1989 bei Ausgrabungen entdeckt wurde.



Er ist wesentlich schlichter und wurde ...



... im 12. Jhdt zugeschüttet und überbaut, ...



... als mit dem gestiegenen Wohlstand der Abtei ...



... der Wunsch nach einer repräsentativeren Anlage aufkam.



Wieder draußen vor der Kirche geht es noch ...



... in einen alten Wein- und Vorratskeller, dessen Steine...



... sorgsam zu einer Kuppel aufgeschichtet sind.



Hier noch zwei weitere Räume, ...



... die der Abtei als Lager gedient haben.



Nach einem weiteren Blick auf Umgebung und Meer ...




... geht es wieder hinauf zum Empfangsgebäude, ...



... wo man den Eintritt bezahlte und auch einen Shop findet.



Hier ein Übersichtsplan über die weitläufige Anlage ...



... sowie hier ein Detailplan inkl. Entstehungszeiten,
bei dem auch ein Gebäude aus dem 6. Jhdt. entdeckt wurde,
- in Grün eingezeichnet - das heute aber nicht zu besichtigen ist.   



Die Architektur von Sant Pere de Rodes war ...



... wegweisend für die katalanische Romanik und ...



... hat zahlreiche Kirchen- und Klosterbauten beeinflusst.



Dann geht es wieder die spektakuläre Straße ...



... Kurve für Kurve hinunter Richtung Meer.







Sant Pere de Rodes ist 

- auch wegen seiner außergewöhnlichen Lage -

ein "Muss für Romanik-Fans!











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