Freitag, 7. Januar 2022


Italien, Rom (Lazio):
Basilika San Clemente al Laterano, 
4. und 12. Jhdt.



Nur wenige Meter östlich des Kolosseums bietet sich
dieser Anblick einer frühchristlichen Basilika,
die leider von außen nur schwer zu fotografieren ist,
da sie hinter hohen Mauern verborgen ist.



Es ist dies die große, fensterlose Westapsis
von San Clemente, das nach Westen hin orientiert ist.



Auf der Via di S. Giovanni in Laterano,
die direkt zur Lateranbasilika führt,
ist die Südfassade noch unscheinbarer.



Von 1715 bis 1719 hat Carlo Stefano Fontana
die Basilika im barocken Stil umgestaltet.


 

Während das Mittelschiff aus Ziegeln besteht,
ist das südliche Seitenschiff gelb verputzt.



An der Südwestseite der Basilika erhebt sich
der um 1600 errichtete Campanile.



Die Kirche und das angrenzende Kloster
gehören seit 1677 irischen Dominikanern.



Sie ist dem Märtyrer Clemens I. geweiht,
der in der Zeit von 88 bis 97 Bischof von Rom war,
und besitzt an ihrer Ostseite noch ein Atrium.



Sowohl sein Portalvorbau außen ...



... als auch das Atrium selbst sind aus dem 12. Jhdt.



Durch das barocke Südportal geht es in die Kirche, ...



... deren pompöse Kassettendecke
ebenfalls auf die barocken Umgestaltungen
unter Carlo Stefano Fontana zurückgehen.



 Die dreischiffige Basilika wurde unter Papst Paschalis II.,
der selbst Priester in San Clemente gewesen war,
von 1108 - 1128 auf den Fundamenten einer
frühchristlichen Basilika des 4. Jhdts. errichtet.



Sie wurde etwas kleiner dimensioniert als
die frühere Basilika darunter.




Hier ihr heutiger Grundriss, bei dem
das rechte Kirchenschiff schmäler ausfällt
als das linke.



Ebenso kamen der Kosmatenfußboden ...
 


... mit seinen aufwändigen Steinmosaiken hinzu ...



... wie auch der Osterleuchter und ...



 ... das Altarziborium und der Bischofsthron
in der großen Mittelapsis.



Dahinter fallen Fresken und ein Goldmosaik auf, ...



... das die Verehrung des Kreuzesals Baum des Lebens
unter der von oben erscheinenden Hand Gottes darstellt.


 
Auch der Triumphbogen darüber ist mit Mosaiken versehen,
die u.a. Betlehem und Jerusalem sowie einige Propheten zeigen.



 Darunter sind Christus und die 12 Apostel zu sehen,
ein Fresko aus dem 14. Jhdt.



In der Mitte der Basilika sind Chorschranken aufgestellt, ...


 

... die die ehemalige"Schola Cantorum" abtrennen ...



... und reichlich mit Mustern dekoriert sind.



Ab 1430 wurde die Cappella
di Santa Caterina angebaut.

Die Fresken von Masolino da Panicale,
die das Martyrium der Hl. Katharina darstellen,
gehören zu den ersten Werken der römischen Renaissance.



Über der Ostempore prangt ein
üppiger barocker Baldachin, ...



... darunter befindet sich der Ostzugang 
zur Kirche, der ins Atrium führt.



Im rechten Seitenschiff gibt es seit 1866
den Zugang zur Unterkirche, in seinem Stiegenhaus
ist ein kleines Lapidarium untergebracht.



Im Jahre 1857 begann Pater Joseph Mullooly
 mit den Ausgrabungen, ...




... bei denen bis heute große Teile der Vorgängerbauten ...



... von San Clemente wiederentdeckt wurden.




 Hier der Grundriss der unteren Basilika,
die um das Jahr 384 unter Papst Siricius
in eine bereits bestehende Halle eingebaut wurde.



An den Innenwänden der drei Kirchenschiffe ...



... konnten Fresken aus dem 6.– 11. Jhdt.



... erhalten und gesichert werden.



In dieser Nische befindet sich
der Rest einer Madonna mit Kind.



Auch in der Unterkirche ist noch ein Altar
mit Baldachin eingerichtet, der von der
Orthodoxen Kirche genützt wird, ...



... und hier ist der Rest eines Baptisteriums zu sehen.



Auch im zweiten Seitenschiff der Unterkirche ...



... sind zarte Freskenreste zu erkennen, ...



... die u.a. hier rechts Adam und Eva zeigen.



Von hier aus gelangt man ins unterste Geschoss, ...



... um das Mithräum aus um 240 n. Chr. und...



... den Bereich der kaiserzeitlichen Gebäudereste
aus dem 1. bis 3. Jhdt. zu besichtigen.



Diese weisen einen Grundriss wie in dieser Skizze auf
 und man geht davon aus, dass es sich dabei einerseits
um ein Wohnhaus, andererseits um eine antike
Münzprägestätte gehandelt hat.



Der Gang zwischen beiden ehemaligen Gebäuden
ist dabei auch heute noch äußerst schmal.



Hier zwei Kammern, die wohl zur ...



... antiken Münzprägestätte gehörten.



Zum begehbaren Teil der Ausgrabung gehört auch
dieser sicht- und hörbare unterirdische Wasserlauf.

Dieser speiste möglicherweise einst den See,
den Nero an der Stelle anlegen ließ,
wo heute das Kolosseum steht.



Hier geht es weiter durch die ehemaligen
Zimmer des Wohnhauses ...



... und wieder zurück hinauf in die Basilika, ...



... die mit einer der schönsten
mittelalterlichen Ausgestaltungen
in Italien aufwarten kann.





Unbedingt ansehen!









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