Mittwoch, 23. Dezember 2020


Italien, Pistoia (Pistoia, Toscana): 
Kirche San Bartolomeo in Pantano, 8. Jhdt.



Die zweite großartige, in fast rein romanischem Stil
erhaltene Basilka Pistoias - nach Sant'Andrea - ...



... ist diese Kirche nordöstlich der Kathedrale
auf der Piazza San Bartolomeo, die nach ihr benannt ist. 



Ihren Zusatz "in Pantano", zu Deutsch "im Morast",
bekam sie nach der Verlegung des Flusses Brena
im 14. Jhdt., da sie dann im Sumpfgebiet stand.



Auch sie ist in der typischen pisaner Romanik gestaltet
mit Rundbögen aus weißem und dunkelgrünem Marmor 
und zwei Rauten aus hellgrauem Stein darunter.



Besonders reich verziert ist das Hauptportal ...



... mit zwei Löwen und einem skulptierten Türbalken.



Dieser Architrav wurde 1167 von Gruamonte geschaffen
und stellt Christus mit seinen Aposteln dar ...



... sowie die Ungläubigkeit des Hl. Thomas.



Die beiden Löwen darüber haben einen Adler ...



... und einen Menschen zwischen ihren Pranken.



Auch an den Mauerecken
ragen Löwen aus Stein hervor, ...



... von denen der eine einen Widder, ...



... und der andere (s. rechts oben 
über dem Dachfirst des Nebengebäudes) ...



... ebenfalls einen Menschen gefangen hält.



Letzterer hat sogar ein angstverzerrtes Gesicht.



Man betritt die Kirche durch das Nebenportal ...



... und steht vor einer fast reinen 
frühromanischen Innenarchitektur.



San Bartolomeo ist dem gleichnamigen Apostel geweiht 
und eine Kirchengründung des Langobardenkönigs
Gaidoaldo zwischen 726 und 764.



Es wurde von Benediktinern übernommen
 und im 12. Jhdt. erneuert und umgebaut.



1433 übernahmen es Augustiner Chorherren,
von 1779 bis 1810 die Vallombrosaner,
seither ist San Bartolomeo nur noch Pfarrkirche.



Bemerkenswert ist die hohe Ostapsis ...



... mit ihren zwei Reihen an Rundbogenfenstern.



In der Apsiskalotte ist Christus dargestellt
in einer Mandorla und mit Engeln und Heiligen,
gemalt Ende des 13. Jhdts. von Manfredino di Alberto.



 Während das Mittelschiff mit einer halbrunden Apsis abschließt,
enden die beiden Seitenschiffe gerade.




Außerdem ist das Mittelschiff mit Holz gedeckt,
die Seitenschiffe haben Kreuzgratgewölbe,
die sie in späteren Jahrhunderten bekamen.



Im Zuge einer gründlichen Renovierung
zwischen 1951 und 1961 traten einige alte
 Kunstgegenstände wie diese Reliefs wieder zu Tage ...



... oder diese mittelalterlichen Fresken.



Über einem Seitenportal sind ebenfalls ...



... Freskenreste und die Darstellung
des auferstandenen Christus im Bogenfeld zu sehen.



 An einer Seitenwand Maria mit dem Jesukind
flankiert von zwei weiteren Heiligen.



Neben zahlreichen jüngeren
Ölgemälden fällt hier besonders ...



... die Kanzel aus um 1250 auf,
die von Guido da Como geschaffen wurde.



Sie steht auf drei Säulen, von denen zwei ...



... mit Löwen, die jeweils einen Drachen oder ein Löwenjunges
 zwischen ihren Beinen haben, ...



... sowie einem gebückten Atlanten getragen.



Die vier Reliefs der Kanzel zeigen Szenen aus dem Leben Jesu
wie die Erweckung des Lazarus oder den ungläubigen Thomas.



An ihren Seiten sind diese mit Radreliefs ...



... geschmückten Steinplatten zu finden, ...



... die Rückwand ist schmucklos und hat eine Öffnung,
die früher als Zugang diente.



Während die meisten Säulen korinthische Kapitelle
mit Pflanzenmustern tragen, ....



... ist auch diese hier mit Adlern
und einem Kopf dazwischen zu finden.



Interessant ist, dass im gesamten Kirchenraum ...


 
... neben den Kirchenbänken Heizleuchten stehen
- in dieser Kirche ist es wohl im Winter sehr kalt.



Wieder draußen geht es weiter ...



... an die Nordseite, die aus verschieden
grauen Quadersteinen besteht und ...



... einige Rundbogenfenster aufweist.



Hier ist deutlich zu sehen, welche Teile
mit hellerem Stein renoviert wurden.



Etwas eigenartig mutet dann die Ostseite an,
wohl aufgrund radikaler Rückbauten
in den Zustand der Romanik.



Die Gebäude daneben wirken nicht weniger
"zusammengestoppelt", vielleicht weil sie
auf die früherer Stadtmauer aufgesetzt wurden.



Die Ostapsis ist aus weißem Stein ...



... mit eindeutig nachträglich (wieder) ...



... eingefügten grauen Rundbogenfenstern.



Auch die Fenster der beiden Seitenschiffe
sind wieder rückgebaut worden,
nur jenes links oben ist nach wie vor eckig.



Der Turm an der Nordostseite
hat einen älteren, breiteren Sockel,
auf den wohl im Barock ein schlanker Turm
aus Ziegelsteinen gesetzt wurde.



Auch an der Nordseite sind einige Fenster
wieder mit Stein verschlossen worden.





Sehenswert!



 





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