Samstag, 6. Juni 2020


Italien, Pisa (Pisa, Toscana):
Pfarrkirche San Paolo a Ripa d'Arno, 
11.-13. Jhdt.

 

Diese romanische Kirche,
die von den Pisanern als "Alter Dom" bezeichnet wird,
entstand auf einem Vorgängerbau aus 805
teilweise nach dem Vorbild des Doms.



Sie liegt am westlichen Rand der Altstadt von Pisa
und südlich des Arno, der fast neben ihr vorbeifließt,
woher sie auch den Beinamen "a Ripa d’Arno" hat.



Ihre aufwändig gestaltete Westfassade ist zweigeschossig, ...



... im Untergeschoss ist sie durch fünf Blendbögen gegliedert.



Obwohl sie einige abweichende Eigenheiten hat,
die auf südliche Stileinflüsse hinweisen ...



... wie diese Zacken in den leichten Spitzbögen, ...



... kann sie doch als typischer Vertreter
des "Romanico Pisano" bezeichnet werden.



Besonders sind auch diese Einlegearbeiten und
die filigranen floralen Muster dieses Rundfensters.



Während die nördliche Seite der Fassade noch eher der Romanik verhaftet ist
mit ihren Rundbögen und deren Verzierungen,
weist die südliche Seite bereits Stilelemente der Gotik auf.



Auch die Vielfalt der Gestaltung
der Säulen - manche sind Spiralsäulen -
weist auf fremde Stileinflüsse hin.



Die Nordseite der Kirche erscheint dagegen
fast einheitlich mit ihren Lisenen und Blendbögen, ...



... in denen sich Rundbogenfenster und Rauten abwechseln.



Am ungewöhnlich breiten Querhaus ...



... fällt dieses Rundbogenportal auf ...



 ... mit seiner schönen Einlegearbeit aus dem 13. Jhdt.



Während der untere Teil
des nördlichen Querhauses
in bräunlichem Stein errichtet wurde, ...



... wurde der obere Teil zweifärbig
in weißem und grauem Stein fortgesetzt.



Diese Färbigkeit setzt sich auch auf der Ostseite fort, ...



... wo sich eine hohe, halbrunde Apsis befindet.



Deren oberer Teil wurde nach den Zerstörungen
des 2. Weltkriegs wieder neu aufgebaut, ...



... wobei ein großes gotisches
Maßwerkfenster eingebaut wurde.



An der Nordseite schließt die Kirche
bereits mit dem Querhaus ab,
das nördliche Seitenschiff hat hier also
weder eine Verlängerung noch eine Seitenapsis.



Die Gestaltung ist hier ebenfalls zweifärbig
und in reinstem pisanisch-romanischen Stil.



Das südliche Querhaus hingegen ...



... wurde nach den Beschädigungen des Krieges
nur noch rudimentär mit Ziegeln aufgebaut.



Auf dem Grüngelände hinter der Kirche
steht die romanische Kapelle Sant'Agata,
die in einem extra Eintrag behandelt wird.



Wieder zurück an der Westseite fällt auch hier auf, ...



... dass die unteren Steinlagen
aus braunen Quadersteinen sind,
während über den drei Portalen
die zweifärbige Gestaltung beginnt.



Die Südseite von San Paolo,
das dem Hl. Paulus von Tarsus geweiht ist, ...



... ist wesentlich schlichter als die Nordseite,
denn hier liegt keinerlei Dekoration vor.



Die Mauern sind steinsichtig belassen,
nur unterschiedliche Schichtungen sind erkennbar.



Das südliche Querhaus ist ebenso kahl und
hat nur Rundbogenfriese unter dem Dach.



Innen ist San Paolo wohltuend schlicht,
die ursprüngliche romanische Gestaltung
kommt vollends zur Geltung.



Die bereits leicht spitzen Arkaden ruhen
auf Säulen mit korinthischen Kapitellen,
im vorderen Bereich stehen noch zweifärbige Pfeiler
mit Fresken aus dem 14. Jhdt.

Die Kuppel über der Vierung ist
ungewöhnlich für eine romanische Kirche.



Alle drei Kirchenschiffe sind mit Holz gedeckt,
wie es während der Romanik üblich war.






Sehenswert!




 





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