Dienstag, 13. Oktober 2015



Frankreich, Nevers (Nièvre):
Kathedrale Saint-Cyr-et-Sainte-Julitte, 
Baptisterium 6., Westchor & -querhaus 11. Jhdt.


Die Kathedrale dominiert das Panorama der Stadt Nevers
vom gegenüber liegenden Westufer der Loire aus.



Sie steht auf dem höchsten Punkt
der teils noch von den mittelalterlichen Festungsmauern 
umgebenen Altstadt. 



Der Hl. Quiricus und seine Mutter Julitta erlitten um 304 den Märtyrertod 
und wurden um den Beginn des 6. Jhdts. 
zu den Schutzpatronen des Bischofssitzes ernannt.


 
Während der Großteil der Kirche bereits gotisch ist,
blieben das Baptisterium, die Krypta sowie der Westteil der Kirche
aus vor- bzw. romanischen Zeiten erhalten.



Hier die Westseite aus dem 11. Jhdt. ...



... mit der halbrunden Apsis des Westchores,
wie diese v.a. für karolingische Kirchen noch üblich war.



Der Innenraum der Kathedrale ...



... ist dank der großen Fenster im Obergaden sehr hell.

Das Langhaus musste in der 1. Hälfte des 13. Jhdts neu errichtet werden,
nachdem das romanische zu Beginn desselben Jhdts. niedergebrannt war.



 Hier der Blick in den Westteil der Kathedrale ...



... mit seinem romanischen Westchor, 
der von 1031 bis ca. 1051/52 errichtet worden ist, ...



... und in dem erst 1879 die Fresken 
von Christus in der Mandorla und den vier Evangelisten aus dem 12. Jhdt. 
entdeckt und 1990 zum letzten Mal renoviert wurden.



Ungewöhnlich ist das Westquerhaus, das man im Anschluss daran errichtete,
mit diesen schwibbbogenartigen Trennungen 
und seinen ungewöhnlich angeordneten Fenstern.



Nur wenige Stufen unter dem Boden des Westquerhauses
befindet sich die frühromanische Krypta.



Diese wurde vermutlich zu Beginn des 11. Jhdts. erbaut.


Sie nimmt den Raum unter dem Westchor ein ...



... und wird durch sechs frei stehende Säulen gestützt.



Hier ist eine Grablegungsgruppe aus dem 15./16. Jhdt. zu sehen.



Wieder oben in der Kirche ...



... fasziniert die Beleuchtung des gotischen Chors ...



... und des Chorumgangs.



Die Kapitelle der Säulen weisen ...



... zahlreiche schon gotische Ornamente auf.



Nur an den Übergängen vom Westquerhaus
zum neueren Langhaus sind noch romanische Stilelemente erkennbar.



Der älteste Teil der Kathedrale, das Baptisterium,
ist nur durch einen separaten Eingang zu erreichen,
der nicht immer geöffnet ist (z.B. nicht über Mittag).


Dieses stammt angeblich aus merowingischen Zeiten 
und wurde in karolingischen Zeiten um das 8./ 9. Jhdt.
mit einer Rotunde überbaut.


Hier noch die Reste des Taufbeckens,
das in den Boden eingelassen war
und in das der Täufling wie früher üblich komplett eintauchen musste.



 Damit hat das Baptisterium in Nevers
wahrscheinlich dem in Fréjus (s. Bild) ähnlich gesehen.


Der Vollständigkeit halber soll hier erwähnt werden,
dass diese Kathedrale nicht der größte romanische Schatz von Nevers ist.

Die Kirche St. Etienne am anderen Ende der Altstadt
genießt wegen ihrer Stilreinheit
weitaus größeren kunsthistorischen Wert 
und sollte unbedingt besichtigt werden!







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