Samstag, 27. März 2021


Italien, Verdellino (Bergamo, Lombardei):
Santuario della Madonna dell'Olmo, 
Anfang 11. Jhdt.

 

Diese ehemalige Friedhofskirche steht heute mitten
in einem riesigen Industriegebiet südlich von Bergamo.



Sie ist von einem kleinen Park umgeben und
eine Oase der Ruhe im hektischen Treiben rundherum.



Von ihrer ursprünglichen Bausubstanz aus dem 11. Jhdt.
ist heute nicht mehr viel zu sehen, ...



... da sie öfter umgebaut wurde und so ...



... im u.a. 16. bzw. 17. Jhdt. diese Vorhalle erhielt.



 Auch der Campanile ist eine
Errungenschaft aus späteren Zeiten.



 Ihre ältesten erhaltenen Teile sind die beiden Apsiden, ...



... von denen die kleinere wahrscheinlich ...



... dem Original am nächsten kommt.



 Innen sind jedenfalls beide mit
lebhaften bunten Fresken ausgemalt, ...



 ... auch im Kirchenraum selbst sind Malereien erhalten.



Die Fresken in der großen Apsis stammen aber 
bereits aus dem 16. Jhdt.



Derzeit wird an Madonna dell'Olmo
weiter renoviert.



Irgendwie schade, dass die alte Bausubstanz
hier nicht mehr wirklich erkennbar ist.








Donnerstag, 25. März 2021


Italien, Brescia (Brescia, Lombardei):
Kirche San Francesco, 1254 - 1265 erbaut



 Diese Ordenskirche befindet sich im Westen
der Altstadt von Brescia in der Via San Francesco d'Assisi.



Sie wurde am Übergang von Romanik zur Gotik
erbaut und trägt daher Züge beider Baustile.



Während die große Rosette
und beiden Seitenfenster gotisch sind, ...



... trägt das Portal mit seinem Rundbogen,
den verzierten Kapitellen ...



... und dem in Rot gehaltenen Fries darüber
noch eindeutig romanische Züge.



Der Kirche beherbergt heute einen Minoriten-Konvent
in den ihr angeschlossenen Gebäuden.



Ihre Ostseite schließt mit einem fünfeckigen,
zweifärbigen Chor ab.



Ihr Campanile weist ebenfalls
romanische Biforien unten
und gotische Schalllöcher oben auf.



Innen sind die Arkaden von San Francesco
bereits leicht gotisch "angespitzt".



Doch das romanische "Raumgefühl" der
dreischiffigen Kirche ist noch weitgehend erhalten,
nicht zuletzt wegen der breiten Holzdecke
über alle drei Kirchenschiffe.




 Der Altarraum ist allerdings
bereits gotisch gestaltet.



Hier hängen zahlreiche barocke Gemälde.



Im Westen lässt die Rosette
viel Licht in die Kirche, ...



... in der noch einige Fresken ...



... aus dem 13. Jhdt. zu sehen sind.



Der Kirche ist nach wie vor 
ein spätromanischer Kreuzgang angeschlossen, ...



... ein Werk des Guglielmo Frissone da Campione
aus dem Jahr 1394.



Er befindet sich an der Westseite der Kirche,
die interessanter Weise nicht eingeostet ist,
sondern eine Nord-Süd-Ausrichtung hat.



Der Kreuzgang selbst ist einstöckig ...



... und mit Kreuzgratgewölben gedeckt.



Er wurde in späteren Zeiten aufgestockt, ...



... an manchen Seiten sogar mit zwei Etagen.



Hier noch ein altes Foto von vor 1928,
ehe die Minoriten einzogen
und zahlreiche Restaurierungen veranlassten.









Montag, 22. März 2021


Italien, Brescia (Brescia, Lombardei):
Ehemalige Abtei San Salvatore, 
heute Museumskomplex Santa Giulia, 
8. und 9. Jhdt.
 

 
Was zuerst wie eine unscheinbare
Häuserzeile in der Altstadt Brescias aussieht, ...



... entpuppt sich bald als äußerst interessanter,
ziemlich großer Museumskomplex
mit langobardischen Wurzeln.



Sein erstes außen sichtbares Denkmal
ist die Kirche Santa Maria in Solario ...



... mit ihren wuchtigen Quadersteinen
und ihrer achteckigen Kuppel.



 Östlich davon befindet sich
der moderne Zugang zum Museumskomplex, ...



... den man am besten auf dieser Abbildung
überblicken kann:

Er umfasst zwei alte Kirchen und drei Kreuzgänge
und wurde später als Nonnenkloster Santa Giulia bezeichnet.

 

Die erste Kirche ist Santa Maria in Solario, ...



... die aus dem 12. Jhdt. stammt und
in einem extra Beitrag behandelt wird.



Der Vollständigkeit halber erwähnt sei hier nur, 
dass sie bereits als Aufbewahrungsort ...



 ... zahlreicher Kirchenschätze wie des Desideriuskreuzes,
das der langobardische Gründer des Klosters 
um 753 gestiftet hatte, ...


 

 ... oder dieses Elfenbeinschreins,
der Lipsothek genannt wird, erbaut wurde.



 Im Kreuzgang dahinter sind dann ...



... noch gut erhaltene Exponate aus der Zeit ...



... der Langobarden aus dem 8. Jhdt. zu sehen.



Auch dieses Biforium stammt aus jener Zeit.



Doch dann gehen die Exponate
in der Zeit immer mehr zurück, ...



... bis man vor diesen Überresten
des so genannten "Hauses des Dionisus" steht ...



... und vor seinen wertvollen Mosaiken.



Das Kloster wurde nämlich auf dem reichem Boden ...



... einer römischen Siedlung 
mit Amphitheater errichtet.



Doch dann geht es zum eigentlichen Höhepunkt ...



... dieser Museumsbesichtigung:



Zur Kirche San Salvatore, die eine derbesterhaltenen
langobardischen Kirchen aus dem 9. Jhdt. ist,
obwohl ihr Äußeres dies nicht gerade verrät.



Sie ist nämlich durch mehrere Zubauten 
im Laufe der Zeit verändert worden
und sieht daher außen sehr uneinheitlich aus.

Sie wurde über einer älteren Kirche errichtet,
 diese wiederum auf einem römischen Gebäude
aus dem 1. Jhdt. v. Chr., das im 5. Jhdt. zerstört wurde. 



Innen ist sie allerdings trotz späterer Umbauten
noch weitgehend im Originalzustand erhalten.



Doch zuerst gibt es noch einige Fresken zu sehen, ...



... die zum langobardischen Portal gehörten,
das heute nicht mehr existiert.



Auch diese verzierten Säulen stammen davon.



Dann kann man endlich einen ersten Blick 
in diese über 1200 Jahre alte Kirche werfen, ...



... deren Ostseite leider durch moderne Kunst 
beeinträchtigt ist, die nicht wirklich hierher passt.



Doch das erfahrene und kunstsinnige Auge 
konzentriert sich ohnehin ...



... auf diese wunderbaren Arkaden ...



... mit ihren einmalig kunstvoll verzierten Kapitellen.



Dahinter sind die später angebauten Kapellen 
zu erkennen mit ihren Fresken
von Paolo da Cailina dem Jüngeren, ...
 


... doch auch in den drei Kirchenschiffen sind
noch Reste von karolingischen Fresken zu sehen.



Eine Besonderheit, die nur
langobardische Kirchen aufweisen, ...



... lässt sich bereits an diesen Arkaden erkennen:



Es sind dies Schlingmuster aus Stuck, ...



... einer Technik, die damals nur die Langobarden
beherrschten und anwandten.



Auf der anderen Seite sind die Stuckmuster ...



... sogar noch besser erhalten ...



... und variieren sogar in ihrem Design.



Sie sind aber nicht mehr an allen Arkaden erhalten.



Auch dieses Relief eines Pfaues stammt
von langobardischen Meistern,
ist aber aus weißem Marmor skulptiert.



Hinter dem modernen Vorhang ist die
große, ursprüngliche halbrunde Apsis nachgestellt, ...



... in der die Steinreste eines Altares ausgestellt sind.



In der Seitenapsis daneben sind Steine mit
skulptierten Schlingmustern zu sehen.



Unter den Apsiden befindet sich eine Krypta, ...



... die ebenfalls dreischiffig ist wie die Kirche ...




... und in den Jahren 762 bis 763 errichtet wurde.



Sie war bis 1797 in Verwendung,
bis das Kloster aufgehoben wurde, und verfiel dann.



Erst in der 2. Hälfte des vorigen Jahrhunderts
wurde sie restauriert und ist
seit 1998 Bestandteil des Museums.



Die drei Apsiden der Krypta sind
allerdings nur noch rudimentär vorhanden.



Die Krypta ruht auf verschiedenen Säulen, ...




... die wahrscheinlich vom nahen römischen Amphitheater
entnommen wurden.



Einige der Säulen haben skulptierte Kapitelle ...



... mit verschiedenen pflanzlichen Mustern ...



... wie z.B. dieses hier oben.



Auch dieses Kapitell ist kunstvoll dekoriert.



An einer Stelle hat sich
dieses Fresko erhalten.



Der heutige Erhaltungszustand der Krypta
wurde dem 12. Jhdt. nachempfunden.



 Wieder oben in der Kirche San Salvatore ...


  

... geht es nun auch auf die Westseite,
wo sich ab 1466 der Nonnenchor befand.



Dieser wurde im 16. Jhdt. zum Presbyterium umgebaut
(s. blauer Bereich ganz links auf der Graphik) ...



... und mit reichhaltigen Mosaiken ...



... sowie Fresken und Gemälden ausgestattet.




Hier die Südseite des Obergeschosses, ...



... wo auch diese Grabplatte
einer Äbtissin ausgestellt ist.



Wieder draußen gibt es nach der
Besichtigung der zahlreichen weiteren Exponate ...



... noch einen Blick in die Kreuzgänge.



Während zwei relativ schlicht gehalten sind, ...



... hat der nördlichste im Untergeschoss
einen herrlichen Arkadenumgang.






San Salvatore 

sowie der gesamte 

Museumskomplex Santa Giulia

sind absolut sehenswert!