Freitag, 21. September 2018


Frankreich, Entveitg (Pyrénées-Orientales):
Kirche Saint-Saturnin, um 1200 erbaut



Mitten an der Durchfahrtsstraße durch Entveitg ...



... ist diese Kirche gelegen, ...



 ... von der nur noch ein kleiner Teil ihrer
ursprünglich romanischen Bausubstanz erhalten ist.

 

Es ist dies ein Teil ihrer halbrunden Ostapsis
mit einem Mauerstück des nördlichen Chors ...



... sowie dieses außergewöhnliche Rundbogenfenster
mit vierfacher Leibung und gezackter Archivolte,
das 1936 als "Monument Historique" klassifiziert wurde.

Die beiden kleinen Konsolen links und rechts im Fenster
wurden früher von kleinen Säulchen getragen,
die heute leider verschwunden sind.



An der Südseite des Langhauses ...



... oder am Turm sind keine
romanischen Spuren mehr sichtbar, ...



... da sie wie die Westseite hier
im 17. und 18. Jhdt. stark überarbeitet wurden.



Auch innen dürfte vom Apsisrest oder Rundbogenfenster
nichts mehr zu sehen sein.



Erwähnenswert ist noch dieser Aufgang 
neben der Kirche hinauf zur Straße ...



... sowie dieser Zugang zum Kirchenplatz.







Dienstag, 18. September 2018


Frankreich, Porta (Pyrénées-Orientales):
 Kirche Saint-Martial im Ortsteil Courbassil (Cortvassill), 
12. Jhdt.



Wann genau dieser kleine Weiler gegründet wurde,
der heute der Gemeinde Porta angegliedert ist,
ist heute nicht mehr nachvollziehbar.

 

Fest steht nur, dass seine Kirche
ursprünglich dem Hl. Quentin geweiht war,
aber im 16. Jhdt. dem Hl. Martial umgewidmet wurde.



Es handelt sich dabei um eine einschiffige Kirche ...



... mit einer halbrunden Apsis im Osten.



 Über eine Treppe steigt man zum Südportal, 
das leider geschlossen war.



An der sonst schmucklosen Westseite ...



... befindet sich ein Glockengiebel
mit drei Glocken.

 

Der Standort von Saint-Martial 
wird von einer hohen Mauer gestützt.









Samstag, 15. September 2018


Frankreich, Merens-les-Vals (Ariège):
Kirchenruine Saint-Pierre, 11. Jhdt.




 Diese Kirche war früher das Gotteshaus
 des kleinen Bergdorfes "Mérens-d'en-Haut", ...



... das oberhalb der heute sehr belebten Straße
von Frankreich nach Andorra oder Spanien liegt.



Obwohl bereits großteils Ruine, ...



... ist es dennoch ein herausragendes und seltenes Beispiel 
der "primitiven" Romanik des 10. bzw. 11. Jhdts., ...




... das in seiner Einfachheit und Würde
stark an die nahen andorranischen Kirchen erinnert.


 
 
An einem herrlichen Standort gelegen 
weist sie die großzügigen Maße von 17 x 8 m auf.


 

Überragt wird sie
von einem massiven Kirchturm, ...


 
... der drei Etagen mit Biforien 
sowie Rundbogenfriese unter der Dachtraufe hat.



Das Kirchenschiff ist rechteckig ...



 ... und hat an seiner Westseite ...



... ein Portal sowie ein Rundbogenfenster darüber.



 Das gesamte Areal um die Kirche ...



 ... ist nach wie vor von einer Mauer umgeben.



Das ehemalige Langhaus mündet im Osten ...



... in eine große Mittelapsis und zwei kleinere Seitenapsiden, 
die aus größeren Steinen errichtet sind
als der Kirchturm aus Bruchstein, ...



... aber heute unter das Straßenniveau gesunken sind.



Von der nördlichen Seitenapsis ist gar nur noch
das mit Moos bewachsene Dach zu sehen.



Das Rundbogenfenster der Mittelapsis
ist auf derselben Höhe wie die Straße
und gewährt einen kleinen Einblick
ins ehemalige Kirchenschiff.



Leider wurde Saint-Pierre 1811 verlassen,
nachdem spanische Kriegstruppen
gegen Napoleon einmarschiert waren
und die Kirche wie Dorf niedergebrannt hatten.



Die Einwohner bauten daraufhin ihr Dorf
mit einer neuen Kirche weiter unten im Tal wieder auf
und überließen die alte romanische Kirche sich selbst.



Saint-Pierre ist erst 2005 in die Liste
der "Monuments Historiques" aufgenommen worden.





Absolut sehenswert!









Mittwoch, 12. September 2018


Frankreich, Axiat (Ariège):
Kirche Saint-Julien, Anfang 12. Jhdt.



Mitten in den Bergen ...



... hinter den Ruinen der Burg de Lordat ...



... steht diese romanische Kirche, ...



... die wie die nahe Kirche Saint-Martin von Unac
zuerst einem Priorat von Cluny gehörte,
jedoch später von der Benediktinerabtei
 in Lagrasse (Aude) übernommen wurde.



Ihr Markenzeichen ist ein
imposanter Vierungsturm im lombardischen Stil.



Ort und Kirche wurden erstmals in einer Bulle
des Papstes Gelasius II. vom Beginn des 12. Jhdts. erwähnt – 
aus dieser Zeit stammt möglicherweise noch das Langhaus.



Das Gelände um die Kirche wird gerade saniert, ...



... daher sind diesmal auch Schutthaufen
und Baumaschinen auf den Bildern.



Der Vierungsturm beeindruckt durch seine insgesamt
acht Schallöffnungen in Form von Dreier- und Viererarkaden. 



Auch Saint-Julien hat an seiner Ostseite drei Apsiden,
wobei die mittlere wie meistens am größten ist.



Während die seitlichen Apsiden 
ungegliedert und schmucklos sind, ...


 
... zeigt die Mittelapsis eine einfache Lisenengliederung 
mit profilierten Konsolsteinen unterhalb der Dachtraufe.



Bemerkenswert sind die Einlagen weißer Steine ...



.... in ein sonst dunkel gehaltenes Kirchengebäude.



V.a. die südliche, heute fensterlose Apsis
weist viele weiße Steine auf.



Die Chorpartie ist aus nahezu 
exakt behauenen Steinen gemauert, ...



... während die Mauern
des fast fensterlosen Langhauses ...



... aus Bruchsteinen errichtet sind.




Hier eine Großaufnahme
von der nördlichen Langhauswand.



Saint-Julien ist einschiffig, hat aber ein Querhaus
und im Osten die drei Apsiden, ...



... die direkt daran angebaut sind.



Der massive Turm wurde offensichtlich
mit hellerem Steinmaterial auf die Vierung aufgesetzt.



An der Westseite wurde im 16. Jhdt. eine Vorhalle angebaut,
die das romanische Westportal schützt.



Dessen Gewände tritt leicht aus der Mauerflucht hervor ...



... und hat zwei eingestellte Säulchen mit Kapitellen.



Der äußere Archivoltenbogen 
ist mit Sternmotiven geschmückt,
darüber findet sich ein Konsolenfries 
mit einigen primitiv wirkenden Köpfen.



Innen ist Saint-Julien großteils ...



... steinsichtig belassen worden.



Alte Fresken scheinen nirgendwo 
mehr vorhanden zu sein.



Der Hauptaltar in der Mittelapsis
ist mit drei Heiligenfiguren verziert.



In einer der Seitenapsiden steht
eine Muttergottesstatue.



Saint-Julien verfügt über reich verzierte Kapitelle
in Vierung und Chor, die u.a. Flechtbandmuster zeigen,
aber dringend restauriert werden sollten.



Die Kirche ist nach wie vor von einem Friedhof ...



... mit hoher Friedhofsmauer umgeben.



An der Befestigung unterhalb der Kirche ...



... wird gerade gearbeitet.



Saint-Julien ist seit dem Jahr 1907 ...



... als "Monument Historique" anerkannt.





Absolut sehenswert!