Sonntag, 7. April 2013



Österreich, Ferschnitz (Niederösterreich):
Filialkirche St. Martin in Innerochsenbach, vor 1400.

Die genaue Entstehungszeit dieser Kirche 
ist anscheinend nicht bekannt.





Dieses bemerkenswerte Kirchlein befindet sich
ziemlich versteckt zwischen Steinakirchen und Ferschnitz
im niederösterreichischen Mostviertel.



An den Wänden des Langhauses und des Chors
sind überall noch gut die Spuren des Holzgerüstes zu sehen.



Hier an der Westseite wurde offensichtlich etwas vermauert,
da die Löcher für das Holzgerüst im Mittelteil fehlen.





Wie so oft liegt die Kirche auf einer kleinen Anhöhe.





Ein absolut bemerkenswerter Chor!



In meinen Augen wurde hier im Südosten
eine romanische Apsis abgebrochen 
(s. dunkle Steine und nachgemauertes Fenster unten),
um dem nachträglich angebauten gotischen Chor Platz zu machen.



Das Langhaus sieht für mich nach Romanik aus:
Die Kastenform, die Größe und die helleren Steine könnten darauf hinweisen.
Leider fehlen hier nähere Quellen zur Entstehungszeit.

Fraglich ist nur, warum die Rundbogenfenster völlig fehlen.
Normal ist wenigstens noch eines im Zuge der Renovierung erhalten.





Im Kircheninneren ist alles der Gotik verpflichtet.



Berühmt ist St. Martin für diese beiden Glasfenster aus um 1400,
deren Entstehungszeit belegt ist.





Das Langhaus ist ziemlich breit und 
wurde mit einem Rippengewölbe ausgestattet.





Diese Tür und dieses Fenster weisen auf die Frühgotik hin.



Ein Fresko an der Südhauswand.


Absolut sehenswert,
wenn auch schwer zu finden.








Dienstag, 2. April 2013



Österreich, Purgstall (Niederösterreich):
Filialkirche St. Nikolaus im Ortsteil Feichsen, 13. Jdht.



Mitten im Ortsteil Feichsen steht dieses romanische Juwel.



Es ist fast unglaublich, dass dieses Kirchlein 
noch so original erhalten ist. 



Allein die drei Lanzettfenster in der nördlichen Langhauswand
sind schon sehens- und bemerkenswert.



Die Ostapsis bildet - eher untypisch für die Romanik - 
einen kompletten Halbkreis.



Der kleine Dachreiter ist sicher erst später aufgesetzt worden.



An der Südwand sind nicht nur die drei Lanzettfenster,
sondern auch noch der steinerne Bogen 
des ehemaligen Südportals erhalten.



Das Innere der Kirche ist ebenfalls schlicht gestaltet:

Nur die zwei großen, wahrscheinlich im Barock 
ausgebrochenen Fenster unten erhellen diesen Raum mehr,
als es ursprünglich üblich war.



Hier der kleine quadratische Chor mit der Apsis von innen.



Die Kreuzigungsgruppe ist frühbarock 
und stammt aus dem 17. Jdht.





Im Chorraum sind noch diese beiden Rundbogenfenster
im Norden und Süden erhalten.






Das Langhaus ist wie in der Romanik flach mit Holzbalken gedeckt.
Diese sind aber interessanter Weise längsseits statt quer gelegt.



Die Figur des Hl. Nikolaus stammt aus dem 15. Jdht.



Hier eine Zeichnung aus vergangenen Zeiten,
die sich im gegenüberliegenden Gasthof Krickl befindet.

Dort bekommt man auch den Schlüssel für die Kirche.


Sehenswert!






Montag, 1. April 2013



Österreich, Wieselburg (Niederösterreich):
Oktogon der Pfarrkirche Hl. Ulrich, um 994 geweiht.

Die Kirche ist das früheste erhaltene Bauwerk 
der Babenbergerzeit in Österreich 
und wurde anlässlich der Heiligsprechung des Hl. Ulrich geweiht.





Der Turm und die gotische Erweiterung nach Westen
erfolgten zwischen 1500 und 1555.





Hier ist das Oktogon gut an den kleinen Fenstern zu erkennen.

Der moderne Anbau im Süden (s. oben links und unten) 
kam erst zwischen 1953 - 1958 hinzu.



Diesen sieht man auch zuerst, wenn man die Kirche betritt.



Doch in der Ostecke tut sich eine völlig andere Welt auf:



Eine Hälfte des Oktogons ist nach wie vor erhalten.





Diese Fresken aus um 1000 gehörten zu den ältesten Österreichs.

Die oberen kreisrunden Medaillons stellen angeblich 
die neun Chöre der Engel dar.





In den beiden Apsiden darunter sind 
jeweils zwei Evangelisten mit ihren Symbolen dargestellt.



In einer kleinen Kapelle im Westen 
befinden sich dieses Kirchenmodell ...





... sowie dieses Modell, 
wie das Oktogon ursprünglich ausgesehen haben könnte.

Kaiser Otto II. erlaubte Bischof Wolfgang von Regensburg,
um 976 ein "Castellum" - das dann "Zuisila" genannt wurde -
am Zusammenfluss von großer und kleiner Erlauf zu errichten.



So soll die bestehende Hälfte des Oktogons ursprünglich ausgesehen haben.



In der Kuppel befindet sich der Pantokrator,
der aber heute kaum mehr zu erkennen ist.



Der gesamte Kirchberg ist nach wie vor 
von den Resten einer Wehrmauer umgeben.



Das Oktogon ist absolut sehenswert!