Freitag, 30. Oktober 2020


Italien, San Casciano in Val di Pesa (Firenze, Toscana):
Kirche Sant'Andrea im Ortsteil Luiano, 
um 1200 erbaut


 

Dieses Kirchlein muss man
entlang einer kleinen Bergstraße suchen,
bis endlich dieses hilfreiche Schild auftaucht.



Dann ein paar Schritte zu Fuß bergauf ...



... und man steht vor einer kleinen Landkirche, ...



... deren Westfassade nur noch wenige dünklere
Originalsteine hat, die helleren sind Ergänzungen
der Renovierung nach dem Erdbeben von 1895.



Das Rundbogenportal hat zustäzlich einen
einfachen Türbalken in dunkelgrauer Farbe.



Auch die Südseite des Kirchleins ist "geflickt",
weist aber im oberen Bereich noch die Löcher,
die das mittelalterliche Baugerüst hielten, auf.



Das einfache rechteckige Kirchenschiff ...



... mündet im Osten in eine halbrunde Apsis, ...



... die allerdings schmäler und niedriger ist
als das Schiff selbst.



Auch sie ist überarbeitet ...



... und hat außer einer Wulst unter dem
Dach keine weiteren Verzierungen.



Ihr Rundbogenfenster ist heute vermauert.



Der kleine doppelbogige Glockengiebel
wurde nachträglich auf die Südostseite aufgesetzt.



Die Nordseite hat einen kleinen Anbau ...



... - wahrscheinlich die Sakristei - ...



... und dient heute als Autoparkplatz.



Auch sie ist fensterlos, hat dafür
aber auch noch ihre Gerüstlöcher.



Sowohl die Ostseite ...



... als auch die Südseite 
sind aus ockerfarbenem Stein errichtet.



 Im Inneren des Kirchleins sind noch 
Fresken aus dem 14. Jhdt. erhalten ...



... sowie dieses Bild der Madonna mit Kind.






Montag, 26. Oktober 2020


Italien, Scandicci (Firenze, Toscana):
Pfarrkirche Sant'Alessandro im Ortsteil Giogoli, 
um 1000 erbaut



 Etwas abgelegen auf einem Hügel
südwestlich von Florenz ...




 ... steht diese Kirche, die 1005 erstmals erwähnt wurde.



Man erreicht sie über eine kleine Straße,
die durch eine Olivenplantage führt.

 

Obwohl einige Male restauriert ...



... hat sie ihr romanisches Aussehen zum Großteil behalten.



Dazu zählen dieses zweifärbige Biforium ...



... sowie das stark überarbeitete Rundbogenportal.



Das Bild in seinem Bogenfeld ist leider nicht
mehr zu erkennen.



An der Ostseite taucht ...



... eine halbrunde Apsis ...


 
... mit vergrößertem Rundbogenfenster auf.



Derzeit ist der Turm Gegenstand einer Renovierung.



Er wurde in drei Bauphasen errichtet, das oberste 
Glockenschoss wurde erst im 18. Jhdt. aufgesetzt.



 Innen wirkt Sant'Alessandro fast steril
vor lauter Renovierungen und Rückbauten.



Der romanische Wandaufbau mit seinen
Rundbogenfenstern im Obergaden ist wieder hergestellt.



 Hier die Ostseite der Kirche mit der großen Apsis
bei Sonnenuntergang.







Freitag, 23. Oktober 2020


Italien, Florenz (Firenze, Toscana):
Abteikirche San Miniato in Monte, 11. Jhdt.



Auf einem der höchsten Punkte der Stadt,
nämlich einem Hügel südlich von Florenz ...



... steht diese romanische Kirche, deren Name
"San Miniato in Monte" auf ihre Lage hinweist.



Von hier hat man eine herrliche Aussicht ...



... auf den darunter liegenden Friedhof,
auf dem illustre Bürger von Florenz wie Carlo Collodi,
der Schöpfer des Pinocchio, begraben sind, ...



... sowie auf die berühmte Stadt am Arno.



San Miniato al Monte ist seit 1373 eine Olivetaner-Abtei
mit einer dreischiffigen Basilika mit halbrunder Apsis,
die ab 1013 im Stil der so genannten
"Florentiner Protorenaissance" errichtet wurde.



Sie wurde vermutlich zur selben Zeit
wie das Baptisterium San Giovanni erbaut
und ist ein typisches Werk des Inkrustationsstils.



Die Fassade ist mit weißem Carrara-Marmor
und dunkelgrünem Serpentin aus Prato verkleidet.


 

Die geometrisch strikt geordnete Fassade
wurde vermutlich um 1090 begonnen.



Die oberen Teile wurden erst
im 12. Jhdt. oder später fertiggestellt.



Das Mosaik von Christus zwischen der Jungfrau
und dem Hl. Minias wurde 1260 gelegt.



Darüber thront über dem reich verzierten Giebel ...



... ein metallener Adler.



Der Legende nach entstand die Kirche an dem Ort,
an dem der Hl. Minias starb, ein Märtyrer, ...



... der unter Kaiser Decius im Jahre 250 am Arno enthauptet wurde
und mit dem Kopf unter dem Arm den Hügel hinauflief.




Das Innere von San Miniato al Monte ist ungewöhnlich,
denn der Chor ist auf einer erhöhten Plattform
über der großen Krypta angeordnet.
 


Der gepflasterte Boden stammt noch
aus dem Jahre 1207.



Das Zentrum des Mittelschiffes wird von der
freistehenden "Cappella del Crocefisso" ...



... - zu Deutsch "Kapelle des Kruzifix" - beherrscht,
die 1448 von Michelozzo entworfen wurde.

 

Die Terracotta-Dekoration der Wölbung
wurde durch Luca della Robbia vorgenommen.



Die Apsis im Chor dahinter wird durch ein ...



... großes Mosaik aus dem Jahr 1297 beherrscht.



Doch auch an den Wänden der Seitenschiffe, ...



... v.a. dem südlichen Seitenschiff, ...



... sind jede Menge Fresken zu sehen.



Hier die Hl. Jungfrau mit Kind und weitere Heilige daneben, ...



... hier der Hl. Christophorus in Übergröße, damit
auch jeder Gläubige einen Blick auf ihn werfen kann.



Daneben Fresken von Heiligen, ...



... die gotischen Zeiten entstammen.




 Weiter östlich sind folgende
Kunstgegenstände in den Seitenschiffen ausgestellt:



Diese Kreuzigungsszene mit 7 Heiligen, ...



.... dieses Bild in Form eines Bogenfeldes
mit Maria, dem Jesukind, zwei Engeln und Heiligen, ...



... dieses alte bemalte Holzkreuz ...



... sowie diese moderne Weihwasserschale
aus edlem weißen Stein.




Vor dem Abgang zur Krypta  ...



... kann man diese beiden Rötelzeichnungen bewundern.



Unter dem nicht zugänglichen erhöhten Chor
geht es hinab in die Krypta, ...



.... die der älteste Teil der Abteikirche ist.



Im hohen Altar sollen sich angeblich noch
die Gebeine des Hl. Minias befinden,
einem armenischen Prinzen, der seine Heimat verließ,
um eine Pilgerreise nach Rom zu machen.




Er lebte dann in Florenz als Eremit
und wurde schließlich der erste Märtyrer der Stadt.


 

Es gibt aber auch Hinweise, dass
seine Reliquien nach Metz verbracht wurden,
bevor San Miniato al Monte errichtet wurde.




Jedenfalls wird hier versucht, glaubhaft zu machen,
dass man vor seinen Resten steht.


 

In den Wölbungen der Krypta befinden sich ...


 

... außerdem Fresken von Taddeo Gaddi ...



... vom Anfang des 14. Jhdts.



In den Gewölbesektoren sind Abbildungen
von Heiligen zu sehen.



Die Krypta ist dreischiffig wie der Chor über ihr ...



... und mit Kreuzgratgewölben eingedeckt.



Ihr Gewölbe ruht auf erstaunlich schlanken Säulen, ...



... von denen diese hier am meisten auffällt.




 Wieder zurück im grazilen Langhaus gibt es einen Blick ...



... in die "Cappella del Cardinale del Portogallo",
die 1473 von Antonio Manetti erbaut wurde.

Hier ist in einem Grabmal der 1459 verstorbene
Kardinal Jacob von Lusitanien beigesetzt,
ein Neffe des portugiesischen Königs Alfons V.



Dann gibt es noch einen genaueren Blick ...



... in den eleganten, mit Holz gedeckten Dachstuhl, ...



... dessen Balken bunt verziert sind.



Auch die Westseite von San Miniato
ist sehenswert mit ihren drei Rundfenstern ...



... und den streng geometrischen Rautenmustern.



Neben der Abteikirche befindet sich das Kloster,
das ab 1425 gebaut wurde, sowie der befestigte Palast
des Bischofs aus 1295, der später als Baracke
und Hospital für Pestkranke verwendet wurde.




Auf dem Vorplatz sind einige exotische Pflanzen
in Töpfen aufgestellt.



Hier noch einmal der herrliche Blick auf Florenz, ...



... der vom Dom mit seiner riesigen Kuppel dominiert wird.





San Miniato

unbedingt ansehen!