Donnerstag, 6. August 2026

 


Kroatien, Trogir (Split-Dalmatien):
Kathedrale St. Laurentius, 1213 - 1251 erbaut



Genau an dieser Stelle befand sich in der Antike 
ein Tempel der Göttin Hera und daneben ....



... die Agora, als Trogir noch eine griechische Siedlung 
namens "Tragourion" war (griech. "tragos": Steinbock).



Unter dem wuchtigen Westwerk der heutigen Kathedrale
ist ein bedeutendes romanisches Baujuwel erhalten:



Das Portal des Meisters Radovan aus dem Jahr 1240. 



Das Südportal hingegen ist wesentlich schlichter.



Hier nun die frisch renovierte Ostseite mit ...



... ihren drei halbrunden Apsiden.



Diese sind alle mit Lisenen gegliedert 
und Rundbogenfriesen verziert.



Die große Mittelapsis hat drei Rundbogenfenster,
die beiden Seitenapsiden nur je eines.



Auch das Mittelschiff und die beiden Seitenschiffe
haben Rundbogenfriese, das Mittelschiff sogar eine Rosette.



Die Rundbogenfriese ziehen sich um die gesamte Kirche, 
oft ragen auch Skulpturen daraus hervor.



Doch zurück zum bedeutenden Radovan-Westportal:



Es hat den ungewöhnlichen Themenschwerpunkt "Christi Geburt" ...



... und zeigt bereits im Tympanon die Niederkunft Mariens.



Ganz unten stehen zwei Löwen und halten Wache, 
dass nur Gläubige die Kirche betreten.



Darüber ist auf der rechten Seite ein Mann
im Adamskostüm abgebildet, ...



... während links eine Frau mit Feigenblatt zu sehen ist.



Vier männliche Gestalten tragen die Blendsäulen, ...



... die mit meisterlichen Skulpturen gestaltet sind.



Neben Szenen aus der Natur sind auch
Heiligenfiguren in einem Blätterkranz dargestellt.



Ganz rechts oben ist dieser Heilige zu sehen,
der offensichtlich etwas in seinem Arm hält.



Auf der linken Seiten befindet sich ...



... ein ähnlich virtuoses Bildprogramm.



Ganz unten gibt es wieder vier Atlanten.



Darüber sind Szenen aus dem bäuerlichen Leben ...



... wie hier z.B. eine Arbeit an Bäumen dargestellt.



Hier wird von oben Wasser oder Wein eingegossen,
während der untere Mann etwas kocht.



Ganz oben wird ein Mann, der über einem
Schwein steht, von einem Ungeheuer gequält.



Die Blendsäule rechts daneben ist wieder ...



... mit Personen zwischen Bäumen ...



... und allerlei Blattwerk und Ranken geschmückt.



Auch die Bögen über dem Tympanon sind reich gestaltet ...



... mit allerlei Figuren aus dem Alten und Neuen Testament.



Über dem Portal thront der Hl. Laurentius,
der mit dem Evangelium in der Hand und dem Rost,
auf dem er gegrillt wurde, abgebildet ist.



Auf der rechten Seite sind über den Kapitellen ...



... links oben Engel, rechts in der Mitte Dämonen, 
die gegen einen Mann mit einem Kreuz kämpfen, dargestellt. 



In der Mitte des obersten Bogens ist Christus am Kreuz
zwischen Maria und dem Jünger Johannes zu sehen.



Hier kann man erkennen, dass die einzelnen Szenen jeweils
aus einem Stein skulptiert und dann zusammengefügt wurden.



Auf der linken Seiten hängen alle Kapitelle zusammen
 und wirken wie aus einem einzigen Stein gehauen.



Rechts sind die Kapitelle getrennt und links davon
ist eine kleine, nackte Engelsfigur am Konsolstein dargestellt.



Hier nochmals die beiden "Portallöwen" von vorne gesehen ...



... sowie von der Seite, wobei der linke zwei kleine Löwen unter sich hat,
der rechte aber einen Greif, auf dessen Kopf und Schwanz er tritt
- wohl ein Symbol für den Sieg des Guten über das Böse.



Die hohe Vorhalle stammt aus späteren Zeiten und ...



... zeigt hier u.a. die Taufe Jesu durch Johannes den Täufer.



In ihrem hinteren Ende befindet sich die Kapelle ...



... des Hl. Hieronymus, die als Taufkapelle genutzt wird. 



Hier sind auch Teile von Kapitellen und Säulenbasen gelagert.



Ein Stück weiter ist diese Öffnung zu sehen, die mit
zwei Drachen gestaltet ist, die einen Mann verschlingen.



Eine weitere Öffnung zeigt nur noch die
Köpfe zweier Löwen, die aus einem Kelch trinken.



Die andere Seite der Vorhalle ist offen
und nur mit einem Eisengitter versehen.



Dann geht es durch dass einzigartige Portal in die Kirche.



In der Kathedrale wurde zum ersten und einzigen Mal
in Dalmatien der Anjou-Stil verwirklicht:



Das Gewölbe des Mittelschiffs ist viel tiefer 
und spitzer als jenes der Seitenschiffe.



Über dem Altarraum prangt ein gotisches Holzkreuz.



Hier der Hauptaltar mit Figuren des Hl. Johannes 
von Trogir und des Hl. Laurentius links und rechts davon.



Das Ziborium über dem Altar wurde von Meister Mavro im 14. Jhdt. 
geschaffen, auf ihm ist die Verkündigung Mariens zu sehen.



Im Hauptaltar fallen bunte Marmorintarsien auf.



Bemerkenswert ist auch die erhöhte Kanzel, ...



... an die ein hohes Chorgestühl aus dunklem Holz anschließt. 



Das Chorgestühl gibt es auch auf der anderen Seite,
es wurde von Ivan Budislavic geschnitzt.



Die achteckige romanische Kanzel 
ist ein Werk der 
einheimischen Kunstschule und wurde im 13. Jhdt. fertiggestellt.



Es ruht auf reich geschmückten romanischen Kapitellen, die mit ...



... pflanzlichen Motiven und dazwischen hervorlugenden Tierköpfen verziert sind.



An der Kanzel sind die Symbole der vier Evangelisten 
angebracht - hier der Löwe für Markus.



Auch andere Fabelwesen wurden hier verewigt.



Hier nun die Rückseite des Innenraums
mit einer Fensterrosette und der Orgel.



Die nördliche Seitenkapelle des Hl. Johannes gilt als eines 
der schönsten Renaissance-Denkmäler Europas. 



Der Glockenturm wurde erst nach 200 Jahren 
 Bauzeit im Jahre 1589 vollendet.



Dementsprechend sind die oberen Etagen ...



... bereits mit gotischen Maßwerkfenstern ausgestattet.



Hier sind auch die Kirchenglocken untergebracht.



Vom Turm hat man eine herrliche Aussicht auf die Stadt ...



... und auf das Meer in Richtung der Halbinsel Čiovo.



Auch der Johannes Paul II-Platz mit seinem Restaurant ...



... und das Rathaus lassen sich von hier aus gut betrachten.



Nach der Turmbesichtigung geht es unten ...



... noch einmal um die Kathedrale.



Das Langhaus hat auf seiner Südseite
sehr schmale Rundbogenfenster und ...



... ist durch Lisenen in Abschnitte gegliedert.



Im schlichten romanischen Südportal 
ist die Jahreszahl "1213" eingemeißelt.



Hier ragen auch allerhand Dachspeier ...



... zwischen den Rundbogenfriesen hervor.



Beim Turm gibt es auf dieser Höhe einen Balkon.



Der Turm bekam seine Etagen erst später und ...



... weist daher bereits gotische und spätere Stilelemente auf.



Der westliche Vorbau ist hingegen romanisch,
fast fensterlos und wirkt außerordentlich wuchtig.



Die Nordseite der Kathedrale ist großteils verbaut und ...



... daher schwerer einzusehen als die anderen drei Seiten.



Hier kann man den Anbau der Renaissance-Kapelle erkennen.



Auf dieser Seite sind die Kirchenfenster wesentlich
größer als auf der Südseite und ...



... werden mit Eisenspangen zusammengehalten.



Auf dem Platz vor der Kathedrale steht ...



... eine Statue des Hl. Laurentius auf einer Säule.



Auf der Südseite ladet schließlich der hübsche Platz 
zum Verweilen ein, von dem aus man ...



... einen schönen Blick auf die Kathedrale hat.