Freitag, 6. März 2020


Spanien, Perorrubio (Segovia):
Kirche San Pedro ad Vincula, Anfang 12. Jhdt.


 

Mitten im kleinen Ort Perorrubio
befindet sich diese romanische Kirche,  ...



... deren südliche Vorhalle wahrscheinlich erst später
- also um die Mitte des 12. Jhdts. - angefügt wurde.



An der Ostseite schließt eine halbrunde Apsis
an einen rechteckigen Chor an.



Diese hat nur noch ein Rundbogenfenster
- wahrscheinlich waren es einmal drei -, ...



... doch die beiden anderen wurden später
in ein rechteckiges Fenster verwandelt
oder ganz geschlossen.



Dafür ist das verbliebene mittlere Fenster ...



... nach wie vor schön verziert mit
 zwei Archivolten und darüber einem Würfelfries ...



... sowie zwei äußerst plastisch gestalteten Kapitellen.



Auch die Konsolsteine unter dem Dach darüber ...



... sind alle mit Figuren versehen, ...



... die sich unter dem Dach des Chors fortsetzen.



Nördlich der Apsis steht der Turm ...



... auf quadratischem Grundriss.



Alle diese Gebäudeteile sind verputzt, ...



... während die Vorhalle aus exakt behauenen
Quadersteinen errichtet wurde, die gut sichtbar sind.



Die Vorhalle hat auf der einen Seite ...



... vier Arkaden mit Zwillingssäulen, ...



... auf der anderen Seite nur zwei ...



... und dazwischen ein großes Zugangsportal, ...



... hinter dem sich das Südportal der Kirche ...



... mit seinen dekorierten Rundbögen
und seinem Konsolfries darüber befindet.



Das Südportal hat zwei Säulen mit skulptierten Kapitellen,
deren Motive aber kaum mehr erkennbar sind.



Das Fries darüber ist reich verziert ...



... und wirkt erst frisch restauriert.



Hier sind nicht nur die Konsolsteine,
sondern auch die Zwischensteine (Metope) gestaltet.



Das abrupte Ende der beiden Bögen
an der Südostseite lässt vermuten,
dass sich hier ebenfalls einmal vier Bögen befanden,
von denen zwei dem Umbau zur Sakristei zum Opfer fielen.



Dafür ist die Südwestseite umso schöner.



Die vier Arkaden der Südseite ...



... finden auf der Westseite ihre Forsetzung ...



... in drei weiteren Arkaden.



Ein zweites Rundbogenportal mit Wellenmuster ...



... ist nachträglich mit großen Steinblöcken
verschlossen worden.



Die drei Rundbögen daneben wirken aber original, ...



... ebenso ihre Kapitelle, die mit Gesichtern, ...



... Tieren wie diesen Löwen ...



... oder diesem Kopf eines Ungeheuers geschmückt sind.



Diesem Kapitell kam ein ein Stein
mit dem Oberteil der mittleren Figur abhanden.



Auch die Kapitelle der Südseite der Vorhalle
sind verziert, ...



... wobei sich die Motive wiederholen zu scheinen, ...



... denn auch hier gibt es Löwen ...



... und grimmig schauende Ungeheuer.



Doch auch dieser Kopf
eines bärtigen Mannes ist hier zu sehen.



Der Figurenschmuck der anderen Kapitelle
ist leider kaum mehr erkennbar.



Wie das restliche Kirchengebäude
ist auch die Vorhalle innen verputzt.



Im Kircheninneren ist ein weiterer Rundbogen erhalten,
hinter dem sich ein romanischer Taufkessel verbirgt.



Zur Entstehungsgeschichte dieser Kirche
gibt es leider keine Urkunden
oder schriftlichen Quellen mehr.



Dennoch kann sie aufgrund ihres Baustils
sowie ihrer Ähnlichkeit mit anderen Kirchen in der Nähe
auf um 1100 oder kurz danach datiert werden.










Mittwoch, 4. März 2020


Spanien, Sotillo (Segovia):
Kirche La Natividad de la Virgen, 12. Jhdt.


 

Direkt an der Straße und unweit des Flusses Duratón ...



... steht diese Kirche fast etwas einsam und verlassen.



Über ihre genaue Entstehungsgeschichte 
ist kaum etwas bekannt, 
doch dürfte sie aus dem 12. Jhdt. stammen.



Ihre Dekoration an der Südseite ist überaus reich,
daher dürfte es sich hier früher nicht nur
um eine einfache Dorfkirche gehandelt haben.



Allein das Südportal hat drei Archivolten ...



... und ist mit Wellenlinien und Noppen,
die dem Mudéjar-Stil entnommen sind, geschmückt.



Besonders reichhaltig und verschieden gestaltet
sind die Konsolsteine unter dem Dach, 
die sich um die gesamte Kirche ziehen.



Hier links ist wahrscheinlich ein Beischlaf dargestellt,
wie früher auf Kirchen nicht unüblich.



Die weiteren Figruen sind aber entweder tierischer ...



... oder halb menschlicher Natur.



Auch Figuren und Gesichter sind dargestellt,
wahrscheinlich von damals lebenden Personen.



Diese Frucht oder dieser Tannenzapfen
sowie dieser Dämon als Eckstein sind ebenfalls darunter zu finden.



An den rechteckigen kurzen Chor
schließt eine nicht ganz halbrunde Ostapsis an.



Beide sind ebenfalls mit skulptierten Konsolsteinen, ...



... aber auch reliefierten Zwischensteinen verziert, ...



... die auf dieser Seite sogar eine Jagdszenerie darstellen.



Das Fenster am Chor ist heute 
durch ein eckiges Fenster ausgetauscht.



Interessant ist weiters, dass die Ostseite
komplett steinsichtig gehalten ist, 
während das Kirchenschiff verputzt ist.



Die Apsis hat ihre drei
ursprünglichen Rundbogenfenster behalten.



An der Nordostseite steht ein relativ
gedrungener, kleiner Turm, ...



... der wohl früher einmal höher war.



Die drei romanischen Fenster weisen alle noch 
ihre Verzierungen auf ...



... bis auf das nördlichste der drei, ...



... dem die beiden Säulen abhanden gekommen sind.



Die beiden Kapitelle sind aber ebenso
gestaltet wie die der anderen Fenster ...



... und zeigen hier zwei Vögel
mit einem anderen Tier in der Mitte.



Alle drei Fenster sind heute blind.



Hier der noch gut erhaltene Figurenschmuck
am Kapitell des südlichsten Rundbogenfensters.



Hier tragen die Konsolsteine ...



... fast nur menschlichen Figurenschmuck, ...



... während die Zwischensteine an Chor und Apsis
Blumenmuster oder Tiere aufweisen.



Die Nord- und Westseite sind schlicht gehalten ...



... und zum Teil von einer Mauer verdeckt.



Der Zugang zur Kirche befindet sich auf der Südseite.



 Innen ist der romanische Baukern
nur noch an der Ostseite zu sehen.



Auch ein alter Taufkessel ist noch vorhanden.