Mittwoch, 2. Februar 2022


Italien, Rom (Lazio):
Basilica Santa Sabina all'Aventino, 
1. Hälfte 5. Jhdt.



Hoch oben auf dem südlichsten der sieben Hügel,
dem Aventin, steht diese alte Kirche 
(s. im Bild links neben dem weißen Gebäude), ...


 

... die von ca. 422 - 440 auf den Resten vornehmer
Privathäuser der römischen Kaiserzeit erbaut wurde.



Bei der letzten Restaurierungsmaßnahme
zwischen 1936 und 1939 wurde versucht,
möglichst ihren Originalzustand wiederherzustellen.



Somit zeigt sich heute eine frühchristliche Basilika ...



... mit einem hohen Mittelschiff mit großen Fenstern, ...



... fast genauso hoher Nordostapsis und 
zwei sehr niedrigen Seitenschiffen.



Vom bei Römern wie Touristen gleichermaßen 
beliebten benachbarten "Orangengarten" aus ...



... kann man auch ihre Nordwestseite sehen, an die
eine barocke Kapelle in oranger Farbe angebaut ist.



Hier kommt auch der Glockengiebel ins Bild,
der wohl im Barock auf den Campanile
des 10. Jhdts. aufgesetzt wurde.



Vom Orangengarten aus hat man nicht nur ...



... einen herrlichen Ausblick auf den Petersdom, ...



... sondern auch auf die Südostseite von Santa Sabina, ...



... die am Seitenschiff eine geradezu winzige Apsis ...



... aufweist im Gegensatz zur großen Mittelapsis
- die zweite Seitenapsis existiert heute nicht mehr.



In der Mitte des Seitenschiffs ist eine barocke Kapelle
für den Hl. Giacinto angebaut.



An der Mauer, die den Platz vor Santa Sabina
vom Orangengarten abtrennt, fällt dieser Brunnen auf:



Er wird "Fontana del Mascherone de
Santa Sabina" genannt.



Während das Seitenschiff vergleichsweise winzige
romanische Rundbogenfenster aufweist, ...



... sind die Fenster oben im Langhaus geradezu riesig,
was während der Bauzeit bereits auf die große Fähigkeit
der Bauherren hinweist, da die Mauern dazwischen
nur max. 1,2 m breit sind.



Hier der Grundriss der stilistisch wohl reinsten
frühchristlichen Basilika, deren Bauweise
bereits den Weg für die Romanik bereitete.



Der kleine Portikus im Süden wird von zwei
antiken römischen Säulen mit Kapitellen getragen.



Darunter sind weitere kleine Rundbogenfenster
zu sehen, alle aus Ziegelsteinen errichtet.



Der Innenraum beeindruckt durch seine Helligkeit ...



... und Weite, die für eine so alte Kirche ungewöhnlich sind.

 

Licht strömt v.a. durch die riesigen Fenster
im Obergaden und in der Apsis herein
- jene der Seitenschiffe sind dagegen winzig.



Alle großen Fenster wurden wieder als
Transennenfenster nach altem Muster restauriert, ...



... auch die Scheiben hat man aus Glimmer
und getöntem Glas nachgearbeitet.




Die Basilika ist mit dem Chor nach Nordosten
ausgerichtet nach den antiken Grundmauern
und der damaligen Straßenführung sowie
nach dem Verlauf des Hügels Aventin.



Um 1294 wurde die Grabplatte von Munio de Zamora, 
einem Ordensmagister der Dominikaner, 
in den Fußboden eingelassen.



Im vorderen Bereich der Basilika sind Chorschranken ...



... aufgestellt, die aus hellem Marmor sind.



Diese haben verschiedene Darstellungen ...



... des Kreuzes zum Thema und dürften ebenfalls aus
frühchristlichen Zeiten stammen.



An der Nordwestseite wurde im 17. Jhdt.
eine barocke Kapelle zu Ehren
der Hl. Katharina von Siena angebaut.



Über den Arkaden verläuft ein Fries mit kunstvollen ...



... Marmor-Inkrustationen in geometrischen Mustern. 



Diese Art der Wandverkleidung mit Intarsien aus
dem 5. Jhdt. ist als einzige in Rom erhalten geblieben.



Der Chor- und Apsisbereich ist wiederum ...



... mit alten Chorschranken abgetrennt, ...



... die antike Schlingmuster aufweisen.



In der Apsis sind erstmalig für eine frühchristliche
Basilika Fenster in dieser Größe anzutreffen.



Das ursprüngliche Apsismosaik aus der Zeit um 432
zeigte eine Darstellung von Christus auf dem Paradiesberg.

Das heutige Fresko in der Apsis stammt aus 1569 und hat
z.T. Motive des ursprünglichen Mosaiks aufgenommen.



Je zwölf weiße Marmorsäulen 
mit korinthischen Kapitellen trennen
das Mittelschiff von den Seitenschiffen.



Diese stammen angeblich noch vom 
Tempel der Juno, der vorher hier stand.



Bei Errichtung des Campanile im 10. Jhdt.
wurde das linke Seitenportal zugebaut.



Die flache Holzdecke der Kirche ist schlicht gehalten.



Im Südwesten lassen fünf weitere große
Fenster die Nachmittagssonne herein.



Darunter befindet sich das Hauptportal zur Kirche,
das mit Spolien eingefasst ist.



Seine Flügeltür aus Zypressenholz wurde um 432 
eigens für das Hauptportal dieser Kirche entworfen:

Sie ist somit die älteste aller erhaltenen Kirchentüren.


 

 Auf der Außenseite sind von ursprünglich 
28 Reliefplatten noch 18 erhalten.



Bei der Tafel „Jesus am Kreuz“ in der obersten Reihe 
handelt es sich um das älteste Beispiel 
einer Darstellung von Jesus Christus am Kreuz. 

Das zur Entstehungszeit noch geltende Verbot 
einer Abbildung des gekreuzigten Jesus
wurde umgangen, indem kein Kreuz dargestellt wurde.



Außen schließt eine geräumige Vorhalle an,
die zu den Bauten des Konvents führt.



Hier befindet sich heute der Sitz des Dominikaner-Ordens, ...



... für die auch der Rest des mittelalterlichen
Kreuzgangs noch zugänglich ist.





Santa Sabina 

muss man gesehen haben!










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