Freitag, 6. März 2015



Österreich, Ebenthal (Kärnten):
Karner der Pfarrkirche St. Lambert in Radsberg, 13. Jhdt.


 

 Der Westturm aus dem Jahr 1557 
beherrscht das Erscheinungsbild dieser Kirche, 
die ein spätgotischer Bau aus dem 16. Jhdt. ist.



An der Nordwand, 
in der sich möglicher Weise noch romanische Mauerreste befinden,
wurde 1948 dieses St. Christophorus-Bild angebracht.


 

An der Südseite des Langhauses sind zweistufige Strebepfeiler ...


 

... sowie dieses gotische Christophorus-Bild zu sehen, 
das durch einen späteren Fensterausbruch im 18. Jhdt. zerstört wurde.



Hier die kleine Vorhalle zur Kirche ...



... durch die man den wuchtigen Turm betritt.



St. Lambert wurde 1957 innen komplett renoviert.



Hier die Westempore mit der Kirchenorgel.



 Schön ist, dass diese mittelalterlichen Fresken erhalten sind,
die offensichtlich das Jüngste Gericht und den Höllenhund darstellen.



Dieser Taufkessel ist sicherlich auch schon 
einige Jahrhunderte lang im Einsatz.



Doch das eigentliche romanische Highlight
steht südöstlich der Kirche: der Karner aus dem 13. Jhdt.



Dieser ist ein romanischer Rundbau mit Schindelkegeldach ...



... und kleiner, halbkreisförmiger Apsis.



Im Inneren befinden sich eine flache Holzdecke ...  



... sowie diese beiden Fensternischen.











Österreich, Keutschach am See (Kärnten):
Pfarrkirche St. Georg, 13. Jhdt.



Die Pfarrkirche St. Georg wurde erstmals 1237 urkundlich erwähnt.



 Sie wurde ursprünglich im romanischen Stil erbaut 
und erhielt ihr heutiges Aussehen 
durch spätgotische und barocke Zu- und Umbauten. 


  

 Der Turm weist unten noch romanische Schalllöcher auf.

Das Geläute besteht aus einer Stahl- und vier Bronzeglocken 
von Johann Graßmayr aus Innsbruck
und ist auf den Choralakkord des Salve Regina gestimmt.



Diese Kirche dürfte ursprünglich eine Chorturmkirche gewesen sein, ...



... der während der Gotik ein neuer Chor angebaut wurde.



Das Langhaus ist gedrungen und dreischiffig.



Das Westportal wird von einer kleinen Vorhalle geschützt.



Diese romanisch-gotische Totenleuchte am Friedhof
gilt als die älteste in ganz Österreich!



Eine besondere Sehenswürdigkeit stellt die 
in die südliche Außenwand der Pfarrkirche eingemauerte vorromanische Steinplatte 
mit eingeritzter figürlicher Darstellung eines menschlichen Skeletts dar, 
über deren vorchristlichen oder doch christlichen Ursprung 
sich die Fachleute bis heute nicht einig sind.



Man nennt dieses heute "Helios-Skelett".



Im Inneren der Kirche sind vor allem die beiden grauen, runden Säulen,
die das Haupt- von den beiden Seitenschiffen trennen, auffällig.








Österreich, Schiefling (Kärnten):
Filialkirche Hl. Ulrich und Hl. Martin in Albersdorf, 
11. Jhdt.


  

An der Langhausnordwand überdeckt ein Fresko 
des heiligen Martin aus dem 17. Jhdt. 
eine thematisch gleiche Darstellung aus dem 15. Jhdt.

Daneben befindet sich ein 
spätgotisches Freskenfragment des Hl. Christophorus.



Das Gotteshaus ist ein einschiffiger, romanischer Bau ...


 

... mit einem niedrigeren, eingezogenen 
und gerade abgeschlossenen Chor.



 Der Dachreiter wird von einer Zwiebelhaube bekrönt. 
Die Glocke goss im 15. Jhdt. ein gewisser Peter Pfinzing.



An der Südwand ...



... hat sich ein romanisches Hochfenster erhalten.



Die anderen Fenster in Langhaus und Chor ...


 

 ... sind mit zweiteiligem, neugotischem Maßwerk ausgestattet.



Unter einer schützenden, offenen Vorhalle ...



... befindet sich das spitzbogige, gotische Westportal.



Ein niedriger, rundbogiger Triumphbogen 
verbindet das Langhaus mit dem Chor, 
den ein gratiges Kreuzgewölbe überspannt.







Mittwoch, 4. März 2015



Österreich, Zweinitz (Kärnten):
Pfarrkirche Hl. Egidius, 12.-13. Jhdt.


  

Diese bemerkenswerte Kirche liegt auf einer Anhöhe
am Ostrand der Gemeinde Zweinitz im Gurktal.


  

Die Kirche wurde der Legende nach 
von der heiligen Hemma von Gurk gegründet, 
doch wird sie erst 1169 erstmals urkundlich erwähnt.

Neben dem barock übermalten Christophorusfresko
 an der Südseite des Langhauses 
finden sich noch weitere Spuren von Wandmalereien.



1354 wurde sie nach einem Brand wiederhergestellt,
erst 1781 wurde sie eine eigenständige Pfarre. 



Der mittelgroße hochromanische Landkirche aus dem 12.– 13. Jhdt.
setzt sich aus einem einschiffigen Langhaus 
und einem eingezogenen quadratischen Chor mit Schopfwalm zusammen.

Südlich am Chor ist eine gotische Sakristei mit Pultdach angebaut.


  

Hier ist auch noch eine halbrund Ostapsis zu finden.


  

Über dem östlichen Langhaus erhebt sich ein 1929 erneuerter Dachreiter 
mit gekuppeltem Schallfenster und geschweiftem Spitzgiebelhelm.



 An der Nordseite führt ein rundbogiges Portal 
mit mittelalterlichen Eisenbeschlägen an der Tür in den Chor.


  

Weiters sind hier gleich vier kleine romanische Fenster zu finden.


  

Hoffentlich werden die Außenmauern der Kirche bald renoviert!



  Östlich neben der Kirche 
steht eine dem Erzengel Michael geweihte Friedhofskapelle. 

Der 1408 erstmals urkundliche erwähnte kleine gotische Bau 
war ursprüngliche ein Karner mit überdachtem Grufteingang im Südosten.



Hier die überdachte Vorhalle der Kirche,
unter der sich der Eingang befindet.



Das mehrfach abgetreppte Westportal ist ein romanisches Stufenportal, ...



... das in der Kämpferzone durch ein Flechtband ...



... und einen weiblichen ...



... und einen männlichen Konsolkopf geschmückt ist.

Die beiden Köpfe stellen entweder Adam und Eva 
oder ein Stifterehepaar dar.



Über dem Langhaus erstreckt sich eine Flachdecke 
mit geschwungenem Stuckrahmen aus der zweiten Hälfte des 18. Jhdts. 



Das Langhaus hat auf beiden Seiten 
je drei hochgelegene romanische Trichterfenster 
und an der Südseite auch noch ein großes Fenster 
mit einem Wappen in der Laibung.



Ein hoher, enger rundbogiger Triumphbogen 
verbindet das Langhaus mit dem Chor.



Das ursprünglich flach gedeckte quadratische Chorjoch 
wurde im 15. Jhdt. mit einem spätgotischen Netzrippengewölbe versehen.



Das gotische Glasgemälde im Apsisfenster, 
die thronende Madonna darstellend, wurde um 1420 gefertigt.



 Das Innere der Kirche wurde seit dem späten 14. Jhdt.
in mehreren Etappen mit Fresken ausgestattet.



 In der Apsis ist die Maiestas Domini mit Engeln und Evangelistensymbolen 
sowie zwölf Aposteln dargestellt. 

Laut Inschrift wurde sie um 1390 von einem Meister „hainricus“ gemalt 
und zeigt Einfluss durch die friulanische Trecentomalerei.



Hier ein Fresko eines Bischofs.



 Die Darstellung des heiligen Leonhard mit Stifter 
an der Nordwand des Chorquadrates entstand um 1430.


An der Langhausnordwand ...  



... ist der ebenfalls um 1430 gemalte Dreikönigszug zu sehen. 



 An der südlichen Triumphbogenwand zeigt das spitzbogig gerahmte Fresko 
eine um 1410 entstandene Pietà, die wohl von einem Apostel 
und einem heiligen Abt mit Stiftern flankiert wird. 

Daran schließt ein weiteres spitzbogiges Fresko an, 
das durch ein Fenster durchbrochen wird. 
Dargestellt sind die Heiligen Katharina und Barbara sowie ein Engel.



In der Mitte der Langhaussüdwand zeigt das Fresko im „Weichen Stil“
 die thronende Gottesmutter mit Kind, umgeben von vier Heiligen, 
bei denen es sich wohl um Ägidius, Hemma, Kunigunde und Georg handelt, 
und zu ihren Füßen eine Stiftergruppe.




Diese Kirche ist wirklich sehenswert!