Samstag, 17. Oktober 2020


Italien, Florenz (Firenze, Toscana):
Kirche dei Santi Apostoli, um 1060 erbaut



 Obwohl fast am Arno gelegen, 
muss man diese Kirche erst suchen,
da sie zwischen Häusern eingeklemmt ist.



Sie ist die ursprünglichste der frühromanischen 
Kirchen der Stadt Florenz und an ihrer Ostseite
sind nur der Turm und die halbrunde Apsis zu sehen.



Erst im nächsten Häuserblock
kann man ihre Westfassade bewundern, ...



... deren Hauptportal allerdings aus dem 15. Jhdt. stammt.



Dafür sind das Biforium und das Rundbogenfries darüber ...



... sowie die beiden Seitenportale noch eindeutige Kennzeichen der Romanik,
wenn auch beinahe überrenoviert.



In der dreischiffigen Kirche ohne Querhaus 
fand gerade der Sonntagsgottesdienst statt.



Das romanische Mittelschiff ruht 
auf grünen Marmorsäulen aus dem nahen Prato, ...



... von denen die beiden westlichsten
römische Spolien sind und wieder verwendet wurden.



Die romanische Schlichtheit dieser Kirche ...



... wird in der Apsis besonders deutlich, 
in der das grobe Mauerwerk sichtbar ist.



Die beiden Seitenschiffe stammen allerdings
erst aus dem 16. Jhdt.



In ihnen befinden sich zahlreiche Nischen ...



... mit Fresken aus gotischer Zeit,
auch der Boden ist mit Mosaiken und Grabplatten
berühmter florentiner Adelsfamilien verziert.



Im rechten Seitenschiff befinden sich
barocke Gemälde, ...



... der Dachstuhl stammt aber noch aus 1333.



Obwohl Santi Apostoli erst 1075
erstmals erwähnt wurde, ...



... wird es aufgrund seiner Bausubstanz
für älter eingeschätzt.



Der kleine Vorplatz "Piazza del Limbo" 
war in früherer Zeit ein Friedhof 
für ungetauft gestorbene Kinder.





Sehenswert!









Donnerstag, 15. Oktober 2020


Italien, Florenz (Firenze, Toscana):
Baptisterium San Giovanni Battista, 11. Jhdt.



Gleich gegenüber dem gotischen Dom
steht auf der Piazza San Giovanni ...



... das achteckige Baptisterium, die Taufkapelle von Florenz,
die deswegen so groß ausfallen musste,
da sich zu den damals nur zwei Taufterminen pro Jahr
Massen von Menschen anstellten.



Ihr Hauptportal ist zum Dom ausgerichtet
und daher ausnahmsweise nach Osten orientiert, ...



... während die rechteckige Apsis (im Bild links)
nach Westen gerichtet ist.




Ihr Ursprung ist nach wie vor unklar,
sie wurde jedenfalls auf den Resten
römischer Gebäude errichtet und war
wahrscheinlich einmal ein Marstempel.



Tatsache ist, dass sie 897 erstmals erwähnt
und 1059 von Papst Nikolaus II. geweiht wurde.



Ehe man sie jedoch von innen betrachten darf,
heißt es erst einmal anstellen und ein teures Kombiticket
für Dom, Turm und Baptisterium erwerben,
auch wenn man nur das Baptisterium besuchen möchte.



Innen fallen sofort die marmorne Apsis auf, ...



... der Wandaufbau mit seinen Biforien ...



 ... sowie die Kuppel mit einem riesigen goldenen Mosaik,
dessen Anfertigung ab 1225 fast 100 Jahre beanspruchte.



 Dieses stellt neben den Leben von Joseph,
Jesus und Johannes dem Täufer ...



 ... hauptsächlich das Jüngste Gericht dar ...



... mit einem Rundbild mit Christus in der Mitte,
das allein 8 m Durchmesser hat.



Um die Laterne in der Mitte der Kuppel
reihen sich der Schöpfer und Engelschöre.
 


 Auch der Bereich darunter kann sich sehen lassen ...



 ... mit seinem Rundgang mit Doppelarkaden, ...



... der mit kunstvollen Mosaiken versehen ist, ...



 ... wie diesen verschiedenen Vögeln ...



 ... oder diesen phantasievollen Mustern, ...



 ... die sich im nächsten ...



 ... Durchgang befinden.



 Eine dieser Emporen ...



  ... ist sogar ebenfalls mit Goldmosaiken ausgestattet.



In einem Zwickel der Taufkapelle befindet sich das
monumentale Grab des Papstes Johannes XXIII.
mit Baldachin darüber.
 


 In einem anderen ist das Taufbecken zu sehen, ...


 

 ... das im 15. Jhdt. entstanden ist und eigentlich ...


 

 ... nur ein kleiner Ersatz für das achteckige Becken ist, 
das ursprünglich in der Mitte des Gebäudes stand.



Die Reste davon sind heute im Dommuseum
an der Ostseite des Domes zu bewundern.



 Die Westapsis befindet sich genau unter Christus ...



 ... und ist neben einem weiteren Goldmosaik im Gewölbe ...



 ... mit Marmormustern ausgelegt.



Der Altar ist allerdings erst im 20. Jhdt.
in neoromanischen Formen entstanden.



Dann sollte es weiter gehen in den Dom,
doch dieser ist sonntags nicht zugänglich.



Auf den Turm hinauf konnte ich
- trotz Kombiticket - auch nicht,
da ich nicht schon über Internet
eine Platzkarte für diesen Tag reserviert hatte.





Trotzdem hat sich dieser teure Ausflug

wegen des sehenswerten Baptisteriums gelohnt!