Samstag, 22. Dezember 2012



Tschechien, Jakub (Mittelböhmen):
Kirchlein St. Jakob, 1165 geweiht.



Nur einige Kilometer westlich von Kutna Hora (Kuttenberg)
steht dieses wunderschöne romanische Kleinod ...



... auf dem Hügel in der verträumten Ortschaft Jakub,
die ihren Namen offensichtlich vom Namenspatron 
dieser ehemaligen Wehrkirche hat.





Wirklich einmalig und von großem kunsthistorischen Wert
sind die Reliefs am südlichen Langhaus,
die zwischen 1150 und 1165 geschaffen wurden.



Diese wurden wohl für einen größeren Bau geschaffen -
in Norditalien, Frankreich oder Sachsen? -
und wurden später hierher transferiert.



Das romanische Südportal steht diesen kaum nach,
sein Tympanon ist aus rotem Sandstein.





Auch die Apsis ist gut erhalten, 
wenn auch deren Fenster nicht mehr original sind.



Das Langhaus und die Apsis aus Nordosten.



Das nördliche Langhaus.



Hier Details der Rundbogenfriese und Blendarkaden am Turm.



Die Apsis wurde innen erst 1873 neu gestaltet.



Hier die alte Empore noch aus romanischer Zeit.





Die Kapitelle der beiden Säulen.



Ein Bischof in der Südostecke ...



... ein deutlich jüngeres Relief an der Nordwand des Kirchenschiffs.



Hier der Grundriss und Baubefund der Kirche - 
leider auf tschechisch.


Absolut sehenswert!




Montag, 17. Dezember 2012



Tschechien, Reznovice (Südmähren):
Pfarrkirche St. Peter und Paul, 1120 - 1150.

29 Kilometer südwestlich von Brünn befindet sich diese Kirche,
die zu den wichtigsten romanischen Bauten in Mähren zählt.





Der Zentralbau unterstand um 1300 dem Templerorden.
Ein 8-eckiger Turm mit jeweils einem Biforen-Fenster ist ihm aufgebaut.





An 3 Seiten des quadratischen Zentralbaus sind Apsiden angebaut, ...





... wobei aber nur die mittlere drei kleine romanische Fenster
sowie ein typisches Rundbogenfries aufweist. 





Das Kirchenschiff im Westen wurde erst um 1500 angebaut.

Der Friedhof um die Kirche wurde 1793 aufgelassen,
die berühmtesten Grabsteine wurden 1947 ins Innere der Kirche gebracht.







Hier das eindrucksvolle Kircheninnere.





Schön ist, dass bei der letzten Renovierung 
die drei Apsiden auch im Inneren wieder hergestellt wurden.



Im Zuge der Renovierung wurden diese Fresken 
der Apostel Johannes und Andreas aus um 1450 entdeckt.






Die berühmtesten Grabsteine des ehemaligen Friedhofs
wurden 1947 ins Kircheninnere gebracht - 
darunter dieses Templerkreuz.



Sehr beeindruckt der Grabstein von "Rida", 
der Tochter des Steinmetzes, die 1584 verstarb.



Dieser Grabstein gab durch seine Inschriften lange Rätsel auf:

Mittlerweile wurde er als Grabstein eines christlichen Kumanen 
(turksprechendes Nomadenvolk aus der Mongolei)
aus wahrscheinlich um 1240 entlarvt.



So mag diese Kirche wohl ursprünglich ausgesehen haben.


Wenn auch etwas abgelegen,
dieses romanische Kleinod ist absolut sehenswert!





Montag, 10. Dezember 2012



Tschechien, Planany (Mittelböhmen),
Alte Dorfkirche Mariä Verkündigung, um 1175.

Keine 100 m weiter weg steht bereits die neugotische Kirche:



Dennoch hat die alte - trotz Renovierungsbedarf - 
ihren Charme bewahrt, wie unschwer an diesen Bildern zu sehen ist:







Vor allem der romanische Turm ...





... sowie das romanische Langhaus, das an einige Kirchen
in Niederösterreich erinnert, faszinieren nach wie vor.

Schade, dass das Südportal nicht mehr erhalten ist.





Auch auf der Nordseite sind die romanischen Spuren 
nur allzu deutlich zu erkennen.



Der alte Glockenturm hat aber schon ausgedient:



Neben der Kirche steht schon der hölzerne neue.



Wie immer, wenn ich überraschender Weise wieder einmal
eine romanische Kirche während der Fahrt entdecke, 
war auch hier die Freude riesengroß.