Freitag, 25. September 2020


Italien, Panzano in Chianti (Firenze, Toscana):
Pfarrkirche San Leolino, 12. Jhdt.



Mitten in den Hügel des Chianti südlich von Florenz
und in Blickweite von Panzano in Chianti ...


 

... wurde diese romanische Kirche errichtet,
deren Säulenvorhalle erst im 16. Jhdt. entstanden ist.



Außen sind fast alle Anzeichen des 
romanischen Baustils beseitigt worden, ...



... auch das ehemalige Rundbogenportal
ist barock umgestaltet worden.



Doch während der Restaurierungarbeiten von 1942
wurde der romanische Charakter von San Leolino
zumindest innen wieder möglichst hergestellt.



Ebenfalls im 16. Jhdt. wurde die halbrunde
romanische Apsis durch diese eckige ersetzt ...



... und im Zuge der Re-Romanisierung
im 19. Jhdt. nicht wieder rückgebaut.



Dafür gibt es heute zwei romanisch anmutende Seitenapsiden,
die allerdings erst 1942 nachträglich eingebaut wurden.



Die dreischiffige Kirche ist mit Holz gedeckt.



Im hinteren Teil befindet sich das monolithische Taufbecken.



Diese kahlen Wände des Seitenschiffes
weisen noch romanische Spuren auf ...



... wie dieses eine von drei Rundbogenfenstern.



Darunter eine moderne und ungewöhnliche
Darstellung der Kreuzesabnahme.



San Leolino wurde bereits im Jahr 982 
als "San Leolina a Flacciano" erstmals erwähnt,
aber aufgrund zweier Fundstücke vermutet man, 
dass es wesentlich älter ist.







Mittwoch, 23. September 2020


Italien, San Donato (Firenze, Toscana):
Pfarrkirche San Donato in Poggio, 12. Jhdt.



Auf einem Höhenzug ca. 30 km südlich von Florenz ...



... steht diese Kirche, die bereits 989 erstmals erwähnt
und ursprünglich Teil einer befestigten Anlage war.



Sie wurde im 12. Jhdt. neu errichtet und ihr Turm
wurde von der ehemaligen Burg übernommen.



Ihre Südseite ist heute komplett fensterlos.



Hier befanden sich einmal zwei Rundbogenportale, ...



... die beide heute zugemauert sind.



An der Ostseite münden das Mittel- und
die zwei Seitenschiffe in je eine Apsis.



Wie damals üblich, ist die mittlere Apsis
größer und höher als die beiden Seitenapsiden.



Sie haben alle je ein Rundbogenfenster,
sind sonst aber schmucklos.



Auch die mittlere Apsis hat weder Lisenen
noch Rundbogenfriese und ihr Fenster ...



... ist ebenso schlicht wie jene
der beiden Seitenapsiden.



Die gesamte Ostseite wirkt übrigens
erst unlängst restauriert.



An der Südwestseite steht der Turm, ...



... dessen Basis aus hellem Kalkstein besteht
und in der es ein weiteres Rundbogenfenster gibt.



Die Westfassade ist ebenfalls renoviert
und hat ein überarbeitetes Biforium über dem Portal.



Dieses zeigt im Bogenfeld einen Bischof, 
wahrscheinlich den Hl. Donatus von Arezzo, 
der um 362 den Märtyrertod erlitt.



Innen ist die Kirche ähnlich karg gestaltet wie außen
und hat so ihren romanischen Eindruck bewahrt.



Das Mittelschiff steht auf steinernen Pfeilern
mit einfachen runden Arkaden.



In der steinsichtigen Mittelapsis hängt
ein großes, byzantinisch beeinflusstes Kreuz.



Das Taufbecken von Giovanni della Robbia
stammt aus dem Jahr 1513.


 

Der Campanile wurde später aufgestockt
und trägt die Kirchenglocken.







Sonntag, 20. September 2020


Italien, Sant'Appiano (Firenze, Toscana):
Pfarrkirche Sant'Appiano, ab 9. Jhdt.



Auf einem Hügelausläufer inmitten eines Weinbaugebietes ...



... steht diese Kirche, die auf den ersten Blick ...



 ... ziemlich unscheinbar und eher barock aussieht.



Doch an ihrer Ostseite sind bald
romanische Stilelemente zu erkennen ...



... wie diese zwischen den Turm und
das nördliche Seitenschiff "eingezwickte" Ostapsis.




Diese ist mit Lisenen und einem sogar ausgehöhlten
Rundbogenfries unter dem Dach verziert.



Beim Turm ist nur noch die Basis romanisch ...



... mit einem jüngst schön restaurierten
Rundbogenfenster mit Kerbe rundherum.



Auch das nördliche Seitenschiff hat ein
Rundbogenfenster mit einem Okulum darüber,
beiden wirken aber nachträglich eingebaut.



Bei diesem Anbau ans nördliche Seitenschiff
handelt es sich heute um eine Kapelle.



Die nördliche Wand, die daran anschließt,
ist komplett schmucklos und verputzt.



Erst auf der Westseite gibt es wieder
Romanisches zu sehen, ...



... und zwar in Form von vier Säulenstümpfen, ...



... die vor der umgebauten Westfassade stehen,
deren rechte Seite komplett aus Ziegelsteinen errichtet ist,
da das südliche Seitenschiff bei einem Erdbeben
im Jahr 1171 eingestürzt ist.



Das nördliche Seitenschiff blieb erhalten, ...



... nur dieses kleine Portal wurde später zugemauert.



Diese relativ massiven Säulen gehörten einst zu
einem Baptisterium, das 1171 ebenfalls eingestürzt ist
und danach nicht mehr aufgebaut wurde.



 Die Säulen sind alle noch mit Kapitellen ausgestattet, ...



... deren Reliefs erstaunlich archaisch gestaltet sind
mit Kreuzen und Vierecken in Rundbögen ...



... und länglichen, greif-ähnlichen Tieren
mit Schnäbeln, Flügeln und Schwänzen.



Die anderen Kapitelle deuten Palmblätter an ...



... oder haben einfach nur geometrische Muster.



Innen ist Sant'Appiano stein- bzw. ziegelsichtig, ...


 

... wobei auf der linken Seite die alten Pfeiler und Arkaden 
zum südlichen Seitenschiff hin noch original, ...


 

... die rechten Säulen mit ihren Kapitellen sowie 
das rechte Seitenschiff nachträglich errichtet sind.



Während die hinteren Pfeiler und Bögen
des nördlichen Seitenschiffs aus Stein sind ...
 

 

... sind die beiden vorderen Säulen aus Ziegelsteinen, ...



... wobei beide Säulen im unteren ...



... oder oberen Bereich interessante, in Ton gebrannte
Muster aufweisen, die vielleicht ähnlich
alt sein könnten wie die Kapitelle der Säulen des
ehemaligen Baptisteriums vor der Kirche.




Im nördlichen Seitenschiff sind außerdem noch
jede Menge Fresken aus dem 15. Jhdt. zu sehen.




Hier ist auch ein steinernes
 Taufbecken aufgestellt.



Dieser Grabstein des Gherarduccio Gherardini,
der 1331 gestorben ist, ist in den Boden eingelassen.



An die Kirche schloss ursprünglich ein Kreuzgang an, ...



... von dem noch dieser Rest des Kapitelsaales
erhalten, wenn auch vermauert ist.



Heute ist in den ehemaligen Klosterräumen ...


 
... ein Antiquarium untergebracht, ...



... mit Fundstücken aus römischer
und etruskischer Zeit.



Hauptattraktion ist dabei diese Statue
eines Jungen, der einen Hund reitet,
die dem 2. nachchristlichen Jhdt. zugeordnet wird.



Dann geht es auf der Westseite ...



... die lange steinerne Treppe wieder hinunter.