Montag, 12. Januar 2026

 
 Deutschland, Oberstenfeld (Baden-Württemberg):
Stiftskirche und Krypta, um 1016 - 1230 erbaut



Diese ehemalige Stiftskirche ist eine der größeren 
romanischen Kirchen in Südwestdeutschland.



Aus 1016 ist durch Grabungen eine erste Kirche 
mit Krypta im Westteil der heutigen Kirche nachgewiesen. 



Um 1025 wurde die heute noch erhaltene Säulenkrypta errichtet
hier im Grundriss unter der linken Seite des Mittelschiffs.



Der Turm wurde um dann 1230 an die kurz zuvor 
fertiggestellte Kirche als Chorturm angefügt. 



Bei diesem fällt das Obergeschoß mit seiner ....



... schiefergedeckten "Welschen Haube" 
aus dem 17. Jhdt. auf.



Die vier Seiten des Turms sind alle unterschiedlich:



Obwohl die Fenster einander ähneln, ...



... unterscheiden sie sich in Anzahl und Gestaltung. 



Bevorzugt ausgeschmückt wurde die östliche, 
der aufgehenden Sonne zugewandte Seite. 



Hier findet sich eine lebhafte Gliederung 
des Mauerwerks durch Ornamentbänder und ...



... gemauerte Löwenköpfe auf einem Fenstersims.



Um 1200 wurde mit dem Bau der dreischiffigen Basilika begonnen, 
deren Grundriss bis heute im Wesentlichen besteht. 



Sie besteht aus Keupersandstein aus der näheren Umgebung.



Ursprünglich war die Kirche im Osten 
durch drei Apsiden abgeschlossen, ...



... deren mittlere jedoch bereits um 1230 dem ...



... neu errichteten großen Chorturm weichen musste.



In der Turmbasis sind noch kleine, ...



... romanische Rundbogenfenster mit schmalen Schlitzen zu finden.



Die Rundbogenfenster darüber sind bereits
etwas größer und breiter, ...



... bis ganz oben Bi- und Triforien aufscheinen.



Im Mittelteil ist interessant, dass sich das
Rundbogenfries nur über 2/3 der Länge des Turmes zieht.



Der Kirchenbau ist eine typische romanische Basilika ...



... mit hohem Mittelschiff und zwei niedrigeren Seitenschiffen. 



Der Turmchor ist erhöht und über eine Treppe erreichbar.



Er ist durch einen Triumphbogen vom
Langhaus getrennt und in ihm ... 



... steht ein großer gotischer Flügelaltar.



Hier der Blick vom Chor zurück ins Mittelschiff, ...



... das flach gedeckt ist wie zu romanischen Zeiten.



Wuchtige Säulen mit Würfelkapitellen tragen die ...



... bereits leicht gotisch angespitzten Arkaden.



Einige der Kapitelle sind mit romanischen
Motiven wie diesem bärtigen Mann verziert, ...



... andere haben eher neoromanische Dekorationen.



Auf der Westseite gibt es gar zwei Emporen,
von denen die obere die Orgel trägt.



Die untere Empore wird von diesen Säulen getragen.



Das südliche Seitenschiff wird im Osten von der ...



... einzigen noch erhaltenen Apsis der Kirche abgeschlossen ...



... und im Westen von einer Empore, die gerade renoviert wird.



Die Säulen des Mittelschiffs fußen auf ...



... Basen mit romanischen "Krähenkrallen".



Daneben geht es in die Krypta hinunter.



Sie wurde um 1025 erbaut und ist
der älteste erhaltene Teil der Kirche.



 Wegen ihrer Bedeutung als Grablege an zentraler Stelle 
wurde sie in den Neubau Anfang des 13. Jhdts. eingebettet. 



Wahrscheinlich waren hier die Stifter beigesetzt. 



Es handelt sich um eine Hallenkrypta der Salierzeit ...



... mit drei gleich hohen Schiffen und ...



... einheitlich gestalteten Gurtbögen, ...



... deren Stärke von den Kapitellen zur Mitte zunimmt.



Durch die romanische Krypta gelangt man ...



... in die gotische Turmkrypta, den untersten
Raum des um 1230 erbauten Turms. 



Diese Gewölbekrypta ist wesentlich höher 
als die romanische Säulenkrypta und dient ...



... somit als Basis für den hohen Turmchor. 



Hier sind zahlreiche Grabplatten aufgestellt.



Zurück geht es wieder über die romanische Krypta mit ...



... ihren Würfelkapitellen, die auf Säulen ruhen.



Vor dem ehemaligen zentralen Zugang zur Krypta
steht heute der romanische Taufstein.



Er wurde bei der Renovierung von 1888 bis 1891 
aus dem Haupthaus nach unten verlegt.



Auch hier ist der eine oder andere ...



... alte Epitaph aufgestellt.



Nach einem letzten Blick in die schöne Krypta ...



... geht es wieder nach oben und draußen vor das
neoromanisch umgestaltete südliche Seitenschiff.



Es schließt im Osten mit der einzigen,
heute leider fensterlosen Apsis der Kirche ab.



Die Kirche wird heute von der evangelischen
Gemeinde von Oberstenfeld während der 
wärmeren Monate für Gottesdienste genutzt
- im Winter wird sie nicht beheizt.

 
 









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