Mittwoch, 10. August 2016


Ungarn, Hidegség (Westtransdanubien):
Pfarrkirche St. Andreas, 12. Jhdt.


 

Auf einer langgezogenen Anhöhe im Ort Hidegség, ...



... der an der Südseite des Neusiedlersees liegt, ...



 ... steht diese Kirche, deren Ostseite erst
den Blick auf romanisches Mauerwerk frei gibt.



Was aber von außen überall eckig erscheint, ...



... birgt im Inneren eine romanische Rotunde,
die wahrscheinlich aus dem 12. Jhdt. stammt.



 St. Andreas wurde 1660 um zwei Joche nach Westen erweitert ...



... und 1713 nach einem Blitzschlag barock umgebaut.



Der Turm kam erst 1748 dazu.



Schenkt man einer Beschreibung im Internet Glauben,
so stand hier während Römerzeit bereits ein runder Wachturm.



An diese Turmbasis wurde im 12. Jhdt. im Osten eine Apsis angebaut
und beides zu einer kleinen rechteckigen Landkirche ummauert.

Der dabei entstandene Zwischenraum 
soll mit Schutt aufgefüllt worden sein.



Während die nördliche Langhauswand fensterlos ist, 
sind an der Südseite gleich zwei kleine Fenster zu sehen.



Es ist aber anzunehmen, dass nur das obere,
Fenster original aus dem 12. Jhdt. ist.



Das untere dürfte während des barocken Umbaus
nachträglich ausgeschlagen worden sein.



Auch an der Ostseite befindet sich ein kleines Fenster, ...



... das einzige Rundbogenfenster der Rotunde,
das außen mit einem Spitzbogen ummantelt wurde.



 Das große Langhaus ist natürlich barock,
doch wenn man durch die Tür links unten geht, ...



... kommt man in die alte Rotunde, ...




... die heute als Taufkapelle genutzt wird.



Hier sind noch Fresken aus um 1250 erhalten.



Diese zeigen in der Apsis Christus in der Mandorla
umgeben von den Symbolen der vier Evangelisten.



Darüber befindet sich eine Apostelgalerie aus dem 17. Jhdt., ...



... bei der einige der Apostelfiguren 
in äußerst lebendigen Farben aufscheinen.



Der Taufkessel mit Deckel und den Figuren
des Hl. Johannes des Täufers und Christus 
ist rechts unten im Bild zu sehen.



Hier noch eine Darstellung des Grundrisses,
"ausgeborgt" von einem Internet-Beitrag.




Absolut sehenswert!







Montag, 8. August 2016


Ungarn, Harka (Westtransdanubien):
 Pfarrkirche St. Peter und Paul, 13. Jhdt.



Auf einem kleinen, wahrscheinlich künstlich angelegten Hügel
mitten im Ort Harka steht diese Kirche.

St. Peter und Paul ist heute die römisch-katholische Pfarrkirche,
die evangelische Kirche steht in unmittelbarer Nähe.



Man sagt ihr nach, dass sie bereits während Arpads Zeiten
um das 9./10. Jhdt. entstanden sein soll.



Urkundlich erstmals erwähnt wurde sie erst 1309.



Aus dieser Zeit stammen wohl schon die kleinen,
spitzbogigen gotischen Fenster ...



... sowie dieses hübsche gotische Südportal.



Aus Arpads Zeiten könnte noch die Ostapsis sein ...



... mit den Resten ihres Gesimses ...



... sowie denen der beiden Lanzettfenster, ...



... von denen nur noch der Steinrahmen eines erhalten ist.



Später wurde St. Peter und Paul barockisiert ...



... und das Langhaus nach Norden hin verbreitert.



Auch der Turm ist wahrscheinlich
während des Barock vergrößert worden.



Innen wirkt die Kirche etwas lieblos und kahl.



Die romanischen Apsismalereien sind leider nicht mehr erhalten.

Die Apsis wurde im 19. Jhdt. neu ausgemalt
mit den Figuren des Hl. Petrus und des Hl. Paulus.







Freitag, 5. August 2016


Ungarn, Meszlen (Westtransdanubien):
Pfarrkirche Szent Mária, 1. Hälfte 13. Jhdt. 


 

Diese Kirche, die hier vom Nordosten aus betrachtet
eher unscheinbar und normal aussieht, ... 



... verrät bereits an ihrer stark renovierten Westseite, ...



... durch zwei Rundbogenfenster,
dass in ihr "Romanik" steckt.



Auf ihrer Südseite schließlich ...



... wird ihre Entstehung vor 800 Jahren deutlich:



Zahlreiche romanische Elemente wie Rundbogenfriese,
ebensolche Fenster und Lisenen sind hier 
bei der Renovierung wieder aufgedeckt und erhalten worden.



 Schön ist auch, dass der romanische Teil
mit damals verfügbarer eierschalen-farbener Farbe gestrichen wurde.



Hier ein Rundbogenfenster aus der Nähe
- mit zwei Schwalbennestern darüber.


Ab 1440 war die berühmte Familie Meszlényi 
Eigentümer der fast gleichnamigen Ortschaft.



 Ab 1592 wurde die Kirche protestantisch ...


 
... und um 1692 von Katholiken und Protestanten getrennt genutzt,
wobei die Protestanten diese nördliche Chorkapelle benutzten.



Im 18. Jhdt. wurde sie wieder an Katholiken zurückgegeben
und überschwänglich barockisiert,
was an diesem Hauptaltar gut zu sehen ist.



Eine eigene evangelische Kirche wurde 1786
nach dem Toleranzedikt von Joseph II. erbaut
(hier allerdings nicht im Bild).