Donnerstag, 26. März 2026

 
 Frankreich, Wissembourg (Elsass):
Turm der Abteikirche Sts. Pierre et Paul, 1. Drittel 11. Jhdt.



Mitten im Zentrum der schönen Stadt Wissembourg, ...



... die im Elsass nahe an der deutschen Grenze liegt, ...



... wurde bereits im 7. Jhdt. dieses ...



... ehemalige Benediktinerkloster gegründet.



Für 1033 und 1074 sind Kirchweihen ...



... anlässlich romanischer Neubauten bezeugt, ...



... von denen heute nur wenige Bauteile erhalten sind.



Dieser Turm ist der augenfälligste davon.



Er steht heute an der Südwestecke der Kirche ...



... und hat außen als einziger romanischer Teil ...



... den gotischen Umbau Ende des 13. Jhdts. überlebt.



Er ist komplett schlicht und ungegliedert, ...



... nur seine Fenster werden nach oben hin größer.



Er steht auf quadratischem Grundriss und ...



... ist aus rötlichen Sandsteinquadern errichtet.



Das gotische Kirchenschiff wurde direkt an ihn drangebaut, ...



... sodass er heute ein wenig asymmetrisch davor steht.



Auf der Nordseite schließt der gotische Kreuzgang an, ...



... von dem leider nur noch dieser Flügel erhalten ist.



Er hat wunderschöne Maßwerkfenster.



Auf seiner anderen Seite sind alte Grabsteine aufgestellt, ...



... die z.T. ebenfalls noch aus romanischen Zeiten überkommen sind.



Am Ende des zweiten, halb erhaltenen Kreuzgangflügels ...



... kann man auch diese alten Steinsärge sehen.



Auch hier ist noch am Ende ...



... ein romanischer Schatz erhalten:



Ganz hinten befindet sich der Eingang zur ...



... romanischen Kapelle, die ich ...



... in einem extra Eintrag behandle.



Dann geht es wieder zurück zur ehemaligen Fürstabtei.



Das Benediktinerkloster wurde 1524 aufgegeben ...



... und in ein Kollegiatstift umgewandelt.



Hier nochmals der Turm mit seinen Fenstern ...



... sowie einem gotischen Portal in der Basis.



Oben gibt es nach den einfachen 
Rundbogenfenstern Bi- und Triforien.



Hier nun das hohe, gotische Kirchenschiff von innen.



Während so gut wie überall gotisches Maßwerk vorherrscht, ...



... ist im nördlichen Querhaus noch eine bunte, 
romanische Fensterrose aus um 1190 erhalten.



Hier ist auch der größte Christophorus
des gesamten Elsass zu sehen: 

Er ist 11,5 m hoch und stammt aus dem 14. Jhdt.



Das Mittelschiff wie auch die beiden ...



... Seitenschiffe sind kreuzgratgewölbt.



Auf der hohen Westempore thront die Orgel.



Dieses Fresko ist auch sehr alt und
stammt wohl aus dem 13. oder 14. Jhdt.



Wieder draußen bewundere ich den
romanischen Turm ein letztes Mal, ...



... ehe ich auf der Ostseite den größeren, ...



... gotischen Vierungsturm bestaune.



Ein romanisches Relikt gibt es noch aus der alten Vorgängerkirche: 
den so genannten "Christus von Weißenburg:

Er stammt aus um 1070, gilt als eine der ältesten Scheibe
mit figürlicher Malerei in Europa und ist heute im 
Musée de l’Œuvre Notre-Dame in Strasbourg zu bewundern.







Mittwoch, 25. März 2026

 
 Deutschland, Isen (Bayern):
Stiftskirche St. Zeno, um 1200 errichtet



Diese Kirche wurde nach dem Vorbild des Freisinger Doms erbaut.



Sie ist eine dreischiffige Pfeilerbasilika, die im Kern ...



... auf die spätromanische Stilepoche zurückgeht.



Ihr Turm ist 42 m hoch und wurde erst um 1400 errichtet.



Er hat einen spitzen Turmhelm und 
auf allen vier Seiten Biforien.



Auf der Südseite des Langhauses ist diese Kapelle angebaut.



Die Ostseite schließt mit drei Apsiden ab, von denen ...



... die beiden Seitenapsiden fast komplett hinter ...



... barocken Mauern verschwunden sind.



Dafür sind auf der großen Mittelapsis noch ...



... Lisenen und Rundbogenfriese aus der Romanik erhalten.



Außerdem sind in ihrer Basis die kleinen ...



... Rundbogenfenster der Krypta zu erkennen.



Die mittleren sind dabei größer, die seitlichen kleiner.



Die Basis der Mittelapsis ragt dabei gut einen Meter ...



... über den Boden und ist steinsichtig erhalten.



Hier nun die äußeren "Reste" der Seitenapsiden, ...



... die fast vollständig unter barocken Fenstern verschwinden.



Hinter der nördlichen Seitenapsis ist ein ...



... kleines Haus, vielleicht das Pfarrhaus, angebaut.



Auf der Nordseite gibt es einen provisorischen Eingang ...



... und überwiegend vergrößerte Fenster.



Nur ganz oben hat ein kleines Rundbogenfenster "überlebt", ...



... darunter befindet sich ein gotisches Fenster.



Auch die westliche Vorhalle wurde später angebaut ...



... und stammt wie der Turm erst aus um 1400.



Durch die Vorhalle bestens geschützt befindet ...



... sich hier ein romanisches Highlight dieser Kirche:



Das bedeutende, mehrstufige Rundbogenportal.



Es ist laut Inschrift auf das Jahr 1180 datiert ...



... und wurde unter Propst Ulrich erbaut.



Inmitten des Tympanons thront Jesus Christus, 
der gerade mit seinen Füßen einen Drachen zertritt.



Die sieben Bögen, die als Symbol für die sieben Sakramente stehen, 
ruhen auf sechs Säulen, die sich auf sechs Weltenzeitalter beziehen dürften.



Einige der Blendsäulen haben Kapitelle, die gestaltet sind wie diese beiden 
Figuren, die wohl Musikanten mit Flöte und Ziehharmonika darstellen.



Ganz innen sind diese beiden Köpfe mit Bart zu sehen.



Die Kapitelle der anderen Seiten sind spiegelgleich gestaltet:



Innen zwei Köpfe, die aber etwas anders aussehen als jene links, ...



... sowie daneben zwei Männer, diesmal mit Röckchen, 
die sogar noch Farbreste aufweisen.



Die äußersten Kapitelle sind jeweils mit ...



... pflanzlichen Muster gestaltet.



Wohl zeitgleich mit Turm und Vorhalle, also um 1400, entstand ...



... das gotische Wandgemälde über dem romanischen Stufenportal. 



Es ist in blassen Farben ausgeführt und zeigt das Jüngste Gericht.



 Nachdem es lange übermalt gewesen war, 
wurde es erst 1897 wieder freigelegt. 



Außerdem befinden sich hier dieses Kreuz in Rot,  ...



 ... diese Kreuztragung Christi, in der Jesus violett gekleidet ist, ...



... sowie der Hl. Georg als Drachentöter.



Hier noch der Rest der Vorhalle, die relativ groß ist.



Hier sind einige Grabplatten aufgestellt und ist auch ...



... dieses Gemälde der Muttergottes mit Kind zu sehen.



Durch diese schwere Holztür mit Eisenbeschlägen ...



... geht es nun in die Basilika, die heute ...



... nur noch im schönsten Barock erstrahlt.



Hier ist selbst die Grundarchitektur der ...



... romanischen Basilika kaum mehr erkennbar.



Dennoch gibt es hier ein weiteres romanisches Highlight:



Die Krypta unter dem erhöhten Altarraum der Kirche.



Diese ist ebenfalls dreischiffig ausgeführt und wird ...



... durch eine Stufe in zwei etwa gleich große Teile geteilt.



Beide Teile sind wohl zu unterschiedlichen Zeiten angelegt worden, ...



... wobei sich heute nicht mehr ermitteln lässt, ...



... welcher Teil früher entstanden ist und vielleicht ...



... von einer Vorgängerkirche stammen könnte.



Obwohl beide Teile kreuzgratgewölbt sind, ...



... ruht das Gewölbe bei einer auf dicken Säulen ...



... mit einfachen Kapitellen wie hier gut zu erkennen ist, ...



... im anderen Teil aber auf Pfeilern mit getreppten Kapitellen.



Außerdem ist hier das Gewölbe mit roten Strichen betont.



Hier der Altar der "Pfeilerkrypta".



Hier hängen auch einige alte Reliefs ...



... an der Wand, wohl Grabplatten.



 In der Karwoche wird hier ein Heiliges Grab aufgestellt.



Hier noch die rückwärtige Wand der Krypta, ...



... wo man auch zur Treppe hinauf in die Kirche kommt.



Dann geht es wieder zurück ins Seitenschiff der Kirche.



Hier der hochbarocke Hauptaltar im Mittelschiff ...



... sowie die Ansicht zur Westempore.



Der Wandaufriss der romanischen Kirche blieb erhalten, 
selbst der Obergaden ist noch vorhanden.



Hier das zweite Seitenschiff mit dem Taufkessel ...



... und die Sicht nach vorne zur Seitenapsis.



Hier der Blick durch das nördliche Seitenschiff,
wo man auch den Aufgang zur Kanzel sehen kann.



St. Zeno war bis 1802 Stiftskirche des gleichnamigen Klosters, 
das im Zuge der Säkularisation aufgelöst wurde.