Mittwoch, 7. Januar 2026

 
 Deutschland, Murrhardt (Baden-Württemberg):
Türme der Walterichskirche, um 1150 erbaut
 
 

Im kleinen Städtchen Murrhardt, 
das 40 km nordöstlich von Stuttgart liegt, ...



... fallen sofort die hohen Türme der Stadtkirche auf.



Diese sind die Zwillings-Osttürme der
ehemaligen Klosterkirche von Murrhardt ...



... und haben romanische Zwillingsfenster.



Die um 1230 an die Stadtkirche angebaute Walterichskapelle ...



... gilt als eines der bedeutendsten Beispiele für ...



... spätromanische Architektur in Südwestdeutschland.
(s. Extra-Eintrag).



Die beiden obersten Geschoße der Türme
der Kirche wurden später aufgesetzt, doch bis ...



... zum 4. und vorletzten Geschoß sind sie romanisch.



Die Kirche erhebt sich über den Fundamenten 
römischer Steinhäuser aus dem 2. Jhdt.



Die alte karolingische Kirche, die ungefähr so groß 
wie das Mittelschiff der heutigen Kirche war, ...



... wurde um 1020 
abgebrochen und durch 
eine romanische, dreischiffige Basilika ersetzt. 



Zwischen 1050 und 1080 gestaltete man den Westchor um ...



... und baute eine Krypta ein. 



Den Ostteil der Kirche baute man um 1150 um ...



... und errichtete dabei die beiden Türme der Kirche. 



Zwischen 1430 und 1450 wurden der Westchor 
und das Querschiff, anschließend ...



... das Langhaus im Stil der Gotik neu errichtet, ...



... womit die Kirche in etwa ihre heutige Form erhielt.



Aus romanischen Zeiten sind höchstens ...



... noch einige der Epitaphe in der Kirche erhalten.



Als Stadtkirche dient die ehemalige
Klosterkirche nun seit 1867.










Dienstag, 6. Januar 2026


 
 Deutschland, Murrhardt (Baden-Württemberg):
Walterichskapelle, um 1230 erbaut
 
 
 

Neben der Walterichskirche aus dem 11. - 12. Jhdt.,
deren Kloster 814 von Walterich, zuvor Abt im Kloster 
in Neustadt am Main, gegründet worden war, ...



... wurde um 1230 nordöstlich eine kleine Kapelle 
im spätromanischen Stil angebaut.



Da sich das Grab Walterichs nebenan in der Kirche befindet, 
ist die Kapelle vermutlich eine Gedächtniskapelle.



Auf den annähernd würfelförmigen Grundkörper ist ...



... ein steilgiebliges Dach mit rautenförmigen
 Dachflächen aufgesetzt. 



Dahinter ragen die romanischen Osttürme
der Walterichskirche hoch empor.



Die halbrunde Ostapsis ist kunstvoll verziert ...



...und hat Löwen als Wasserspeier.



Das Ostfenster ist an der Außenseite mit
einem prächtig geschmückten Rahmen verziert ...



... und wird von einem Löwenkopf bekrönt.



Auch auf dem steinernen Fensterbrett bewachen ...



... zwei Löwen die kleine Walterichskapelle.



Das einzigartige Rundbogenfenster ruht dabei ...



... auf zwei Konsolsteinen, die links 
mit einer doppelschwänzigen Nixe ...



... und rechts mit zwei "Atlanten" gestaltet sind.



Auch an der Ecke der Ostapsis zur Kapelle ...



... sind gestaltete Kapitelle zu sehen.



Im Gegensatz zur Kirche ist die Kapelle
aus rötlichen Quadersteinen erbaut und ...



... unter den Dächern jeweils 
mit Rundbogenfriesen geschmückt.



Hier ein weiterer wasserspeiender Löwe.



Bemerkenswert sind auch die beiden Fenster ...



... auf der Nordseite mit ihren tiefen Laibungen.



Der Westseite wurde ein Portal 
aus ockerfarbenem Sandstein vorgestellt.



Dieses ist ebenfalls stark verziert und vierfach getreppt. 



Seine Portalbögen sind mit pflanzlichen Motiven, ...



... und die Blendsäulen mit Tierfiguren geschmückt.



Hier sind wohl wieder Löwen - mit dichtem Fell - zu sehen.



Im Tympanon ist der thronende Christus dargestellt.



Beim Portal ist interessant, dass es asymmetrisch und ...



... nicht mittig in die Westseite der Kapelle eingebaut wurde, ...



... was man auch innen gut erkennen kann.



 Das Kapelleninnere weist Kleeblattbögen auf, 
unter denen sich steinerne Sitzbänke befinden.



Unter einem dieser Bögen führt eine Türe zur Kirche.



Die Kapitelle, auf denen die Kleeblattbögen ruhen, ...



... sind ebenso kunstvoll gestaltet wie jene bei der Ostapsis.



An einem der Kapitelle rechts ist ein Männerkopf zu sehen, 
vermutlich der Kopf des Klostergründers Walterich.



Auf der linken Seite überwiegen Blattornamente.



Auch die Ostapsis ist innen von einem Fries umzogen, ...



... das sich sogar über den Rundbogen des Fensters zieht.



In der Apsis steht ein schlichter Steinaltar.



Die Kapelle ist mit einem Kreuzrippengewölbe gedeckt, ...



... das wohl in jüngerer Zeit renoviert und erneuert wurde.



Die Ostapsis hat ein rundes Gewölbe.



Das Innere der Kapelle ist ebenso steinsichtig wie das Äußere ...



... und wird neben dem Apsisfenster auch vom ...



... hoch liegenden Zwillingsfenster 
auf der Nordseite beleuchtet.



Hier nochmals die kleine Kapelle 
neben dem weitaus größeren Kirchenbau.




Sehenswert!