Samstag, 22. Februar 2025

 
 Deutschland, Willingen (Hessen):
 Abrahamskirche im Ortsteil Welleringhausen,
12. Jhdt.
 
 
 
 
 Im dünn besiedelten Hügelland unweit der Grenze
zum Bundesland Nordrhein-Westfalen ...
 
 
 
 ... steht diese denkmalgeschützte alte Kirche
im kleinen Ort Welleringhausen. 


 
Sie ist eine ehemalige Wehrkirche und steht auf einer Anhöhe ...
 

 
 ... inmitten eines einst befestigten Friedhofs.
 

 
 Sie besteht aus drei Baukörpern, deren jeweilige
Dachschräge aufeinander abgestimmt wurde:
 

 
Im Westen (rechts) ein Turm, dann folgt ein kurzes,
gedrungenes Langhaus und im Osten der Chor.
 

 
Der wuchtige Westturm ist niedrig gehalten ...
 
 
 
... und mit einem Satteldach gedeckt.
 

 
 An seiner Mauerkante fällt dieser Stein
mit kreisrunder Markierung auf.
 

 
 Der Turm hat nur kleine Sichtöffnungen
und keine romanischen Rundbogenfenster, ...


 
 ... in ihm befindet sich eine Bronzeglocke 
aus dem 14. Jhdt.
 

 
 Dafür taucht im rechteckigen Langhaus ...  


 
 ... ein zweistufiges Rundbogenportal auf.
 

 
Es ist aber schmucklos und hat keine Verzierungen, ...


 
... nur ein weiterer Stein mit Kreismarkierung ist da.
 
 
 
 Interessant sind die Steinschichtungen im Langhaus, ... 
 

 
... wo die Steine dunkler sind und nur die Ecksteine helle Quader.
 

 
 Der Chor hingegen besteht mehrheitlich aus hellem Stein
mit wenigen Einlagen dunklerer Steine und ist ...
 

 
 ... auf seiner Ostseite durch zwei massive Strebepfeiler abgestützt, 
die durch Dachschindel vor Regen geschützt werden.
 

 
 Dazwischen ist ein kleines Fenster zu sehen,
das bereits gotische Einflüsse zeigt.
 

 
 Auch auf der Südseite des Chors ist
ein solches Fenster zu finden, ...
 

 
 ... jenes auf der Nordseite ist heute zugemauert,
wodurch die Steinquader gut zu erkennen sind.

 

 
 Offensichtlich war ich am falschen Tag hier,
denn die Türe war verschlossen und die
nachfolgenden Bilder sind aus dem Internet.

 

 
Innen ist die Abrahamskirche, deren Weihung 
höchst ungewöhnlich und einzigartig ist, 
mit kuppelartigen Gewölben gedeckt.
 

 
 Hier der gedrungene Chorraum, in dem der Altar steht.

 


Er stammt vom Anfang des 17. Jhdts., 
im Schrein ist eine Kreuzigungsszene zu sehen. 
 
 

 
Daneben ein Wandtabernakel aus 1700, 
der mit geschnitzten Engeln verziert ist.
 

 
 Bemerkenswert sind auch die dekorierten Kirchenbänke,
die ebenfalls aus dem 17. Jhdt. stammen.
 

 
 Die Turmbasis an der Rückseite ist nicht in den
Kirchenraum integriert, sondern separat zugänglich.
 

 
 An der Wand steht diese kleine Orgel.
 


 


 

Mittwoch, 19. Februar 2025

Deutschland, Twistetal (Hessen):
Kirche St. Veit im Ortsteil Twiste, 
11. - 12. Jhdt. 
 
 

 
Diese malerisch über dem Dorf gelegene Kirche 
ist die größte und bedeutendste Dorfkirche 
im hessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg.
 


Bereits um 860 hatte das Kloster Corvey hier Besitztümer,
Ende des 11. Jhdts. wurde eine erste kleine Kirche gebaut.
 

 
Von dieser sind hier noch Mauern 
sowie ein zugemauertes Portal zu sehen.
 

 
 In der 2. Hälfte des 12. Jhdts. wurden dann ein Querhaus
sowie ein Chor angebaut und das Kirchenschiff eingewölbt.

Der Turm ist älter als die Einwölbung, jedoch nicht 
gleichzeitig mit dem Kirchenschiff entstanden.
 

 
 An den rötlichen Steinen ist das ursprüngliche Langhaus 
gut erkennbar, die Fenster wurden später vergrößert.
 


 Die später angebaute Ostseite ist aus gräulichem Stein.


 
Das Querhaus hat nachträglich zwei Langfenster bekommen.
 

 
 Aus dem breiten Querschiff ragt eine schlichte,
ungegliederte halbrunde Apsis heraus.
 

 
 Im Querhaus gibt es je ein kleines Rundbogenfenster
links und rechts der Apsis, beide sind überarbeitet.
 

 
 Auch die drei Fenster der Apsis sind vergrößert.
 

 
 Am Querhaus und an der halbrunden Apsis sind noch ...
 

 
... die Löcher für die Holzgerüste zur Errichtung sichtbar.
 
 

 
 Dieser Ostabschluss sucht weit und breit seinesgleichen,
so schlicht ist er - und dennoch schön.
 

 
 Selbst das Langhaus endet auf derselben Höhe
wie das Querschiff, es ist also nicht länger
oder bildet einen eigenen Chor aus.
 

 
 Die Schräge des Geländes wird bei der Apsis
durch einen Sockel aufgefangen. 


 
Sie steht doch etwas mehr als halbrund
aus dem breiten Querschiff hervor.
 

 
 Hier das nördliche Querhaus, dessen 
Gerüstlöcher offensichtlich geschlossen wurden.
 

 
 Es hat auf seiner Nordseite ein langes Fenster.
 

 
 Das anschließende Langhaus ist wiederum dreischiffig, ...
 

 
 ... wobei über dem Seitenschiff das alte Langhaus aufragt.
 

 
 An dieses schließt die breite Turmbasis an,
die später als der erste Kirchenbau entstand.
 

 
 Das gesamte Turmoberteil ist mit Dachschindeln versehen.
 
 

 
 Nördlich der Kirche befindet sich ein kleines Wäldchen
mit einigen wenigen Grabsteinen.
 

 
 Innen ist das Mittelschiff breit und hoch,
die Seitenschiffe sind dagegen erstaunlich niedrig.

 

 
Die spätromanische Ausmalung um die Apsisfenster
stammt aus um 1200 und zeigt aufgemalte 
Arkadenrahmungen mit dünnen Säulen.
 

 
 Die Einwölbungen der Seitenschiffe wirken
auch heute noch jahrhundertealt.
 

 
Auf der Rückseite des Langhauses thront die Orgel
auf einer nachträglich eingezogenen Empore.
 

 
 Hier der Grundriss von St. Veit
mit seinem massiven Westturm
und dem breiten Querschiff mit Apsis.