Donnerstag, 28. April 2022


Italien, Rom (Lazio):
Kirche Santa Maria Antiqua 
im Forum Romanum, um 640 geweiht



 Im Nordwesten des Forum Romanum direkt
unter dem Abhang zum Palatin ...




 ... steht dieses kleine Kirchlein, das
ursprünglich zum Palast des Tiberius gehörte ...




 ... und im 1. Jhdt. n. Chr. unter Kaiser Domitian
wieder errichtet wurde.



Im 6. Jhdt. wurde das Gebäude zwischen der
 Treppenrampe und dem ehemaligen Tempelbezirk 
des Divus Augustus in eine christliche Kirche umgewandelt. 



 Aus der bisherigen Empfangshalle entstanden  
Narthex und Langhaus mit Presbyterium.



Die Nebenräume wurden zur Theodotus-Kapelle 
und zur Kapelle der Heiligen Ärzte umgestaltet. 



Hier der Bereich hinter der Kirche.



Das vor der Empfangshalle gelegene Atrium ...



... blieb vollständig erhalten.



Den Namen "Santa Maria Antiqua" ...



... trägt die kleine Kirche somit seit dem 6. Jhdt.



Durch die umfassenden Restaurierungsmaßnahmen
der letzten 30 Jahre konnten in ihr ...
 


... mehrere Schichten wertvoller Wandgemälde ...



... aus dem 6. bis 8. Jhdt. gesichert werden.



Hier die rechte Seitenwand mit ...



... Fresken in einer Wandnische, ...



... die allerdings nur noch schwer erkennbar sind, ...



... sowie den Resten eines stilisierten Vorhangs darunter.



Dazwischen sind ebenfalls Freskenreste zu sehen ...



... und der gemalte Vorhang setzt sich hier fort.



Die linke Wand sieht auf den ersten Blick ...



... kahl aus, doch auch hier ist noch der Rest
eines großen Freskos mit vielen Personen erkennbar,
wahrscheinlich die 40 Märtyrer, deren Kapelle
sich einst neben der Kirche befand.



Hier gibt es eine weitere Mauernische,
in der noch Farbreste zu finden sind.



Interessant sind diese beiden Darstellungen,
die Lote für Maurermessungen darstellen.



Wie in den meisten erhaltenen Gebäuden im Forum
ist auch hier ein römischer Sarkophag aufgestellt.







Mittwoch, 27. April 2022


Italien, Rom (Lazio);
Abtei alle Tre Fontane, 5., 7. und 12. Jhdt.



Dieser frühchristliche bzw. romanische Gebäudekomplex
entstand um den Ort, an dem angeblich der Apostel Paulus
gefangen gehalten und 67 n. Chr. geköpft wurde.



Aus seinem Haupt sollen drei Blutstropfen geflossen sein
und drei Quellen hervorgerufen haben,
nach denen die Abtei heute benannt ist. 


 

Eine romanische Torhalle führt zur Anlage, die
"Arco de Carlo Magno" (Bogen Karls des Großen) ...



... genannt wird, aus dem 13. Jhdt. stammt
 und in ihrem Obergeschoss ein sechsteiliges
Rundbogenfenster hat.



Über der Durchfahrt sind alte Fresken zu sehen, ...



... die zwar nur noch in Fragmenten erhalten sind ...



... und u.a. die Enthauptung des Hl. Paulus darstellen.




Auf ihrer Rückseite weist die Torhalle
ein romanisches Triforium auf.




Von hier kann man die Abteikirche ...



... der Heiligen Vincenz und Anastasius aus dem 12. Jhdt. ...



... samt ihrem Portikus bereits bewundern.



Dieser ist sehr schlicht gehalten,
ruht auf vier Säulen und ist innen mit Holz gedeckt.

Seit dem 7. Jhdt. hat es hier Mönche gegeben,
die ersten hatten mit der Malaria zu kämpfen.


 

1140 bezogen Mönche aus der Primarabtei Clairvaux
unter dem Abt Bernardo Paganelli das Kloster,
der 1145 zum Papst Eugen III. gewählt wurde.



In den Wirren der napoleonischen Zeit 
fand die Abtei um das Jahr 1810 ihr Ende.

Doch 1826 wurde sie mit Minoriten besetzt und seit
 1868 befindet sich hier eine Trappistenniederlassung
- der Zisterzienser der strengen Observanz.



Die gesamte Anlage zeigt sich nach wie vor ...



... der Strenge der Zisterzienser verpflichtet.



Die Abteikirche ist innen steinsichtig und hat nur ...



... auf ihren Pfeilern Abbildungen von Heiligen.



Selbst der Chor ist ganz einfach gehalten ...



... und nur durch durch Fenster verziert.




Hier ein Blick in eines der beiden Seitenschiffe.



Vor dem Portikus steht eine Statue
- wahrscheinlich von Bernard de Clairvaux,
dem Gründer des Zisterzienserordens.



Der Portikus ist genauso breit wie die Seitenschiffe, ...



... die dafür nur halb so hoch sind wie das Mittelschiff.



Alle drei Kirchenschiffe haben kleine Rundbogenfenster, ...



... die im Querhaus und im Chor z.T. vergrößert wurden.



 Bei genauem Hinsehen lassen sich auch ...



... die beiden Glockengiebel erkennen,
der eine auf dem Dach des Mittelschiffs,
der andere, dreistöckige daneben.



Entlang einer kleinen Allee kann man ...



... am Kirchenschiff entlangschlendern ...



... und seine heute verglasten Fenster bewundern.



Interessant ist auch, dass das Mittelschiff
offensichtlich aus rötlichen Ziegeln erbaut ist,
während das Seitenschiff aus grauem Stein ist.




An die Kirche schließt im Norden ein Kreuzgang an, ...



... der zwar schon überall verglast ist, ...



... aber noch seine romanischen Bögen beibehalten hat.



Diese ruhen auf einfachen Säulen.




Hier ein Blick in den schlichten Kapitelsaal.




Neben der Abteikirche aus dem 12. Jhdt. befindet sich...



... die "Chiesa di Santa Maria Scala Coeli", ...



... die erst aus dem 16. Jhdt. stammt, ...



... weswegen ihre Einrichtung auch barock ist.



Dieses goldene Fresko ist in ihrer Apsiskalotte zu sehen.



Darunter führt diese Treppe in die Krypta ...



... des ehemaligen Kerkers, in dem ...


 
... der Hl. Paulus gefangen und geköpft worden sein soll.



Ein Stück im Südosten der Abteikirche
befindet sich die "Chiesa del Martirio di San Paolo",
ebenfalls aus barocken Zeiten.



Auch eine der drei Quellen ist zu sehen, ...



... heute hübsch eingefasst in dieser kleinen Höhle, ...



... sowie eine Grotte der Hl. Muttergottes.



Die Trappisten erweisen sich mittlerweile
als äußerst geschäftstüchtig und produzieren
und verkaufen Schokolade, ...


 

... ihr nach eigenen Rezepten gebrautes Bier ....



 ... sowie Höherprozentiges.



Dabei hat der Anblick eines Braumeisters
in Kutte keinen Seltenheitswert mehr.



Der Vollständigkeit halber sei hier
noch darauf aufmerksam gemacht,
dass die Abtei zwischen 13 und 15 h geschlossen ist.