Sonntag, 22. August 2021


Österreich, Kobenz (Steiermark):
Pfarrkirche St. Rupert, 860 erstmals erwähnt



Mitten in dieser ca. 1.900-Seelen-Gemeinde ...



... unweit des ehemaligen Benediktinerklosters Seckau ...



... wurde wohl bereits im 9. Jhdt. eine 
Kirche aus Stein errichtet, ...



... deren stummer Zeuge der romanische
Turm noch heute ist.



Diese sonst eher unscheinbare Kirche ist damit
sogar älter als die nahe gelegene Abtei Seckau.



Der alte Turm mit seinen Bi- und v.a Triforien, 
die früher nur bedeutenden Kirchen zustanden, 
ist heute mit einem spitzen Helm bedeckt.



Das Portal der Kirche ist bereits gotisch.



Im heute zweischiffigen Innenraum wird bald deutlich,
dass das rechte Kirchenschiff später dazugebaut wurde.



Frühgotische Fresken zieren das linke Kirchenschiff,
auch die Mittelsäule ist bemalt.



Hier ein Blick auf die später eingezogene und
eingewölbte Westempore.



Hier noch einige alte Details: Fresken, ...



... eine alte Türe mit Riegel ...



... und mittelalterlichem, eisernem Türschloss.



 Hier noch ein Archivfoto von St. Rupert.








Samstag, 21. August 2021



Österreich, Pürgg (Steiermark):
Johanneskapelle, Anfang 12. Jhdt.



Diese kleine Kapelle steht auf einem Hügel
im Osten des autofreien Dorfes Pürgg,
das majestätisch über dem Ennstal thront.



Sie hat das Rundbogenportal auf ihrer Nordseite 
eingebüßt und erstaunlicher Weise einen eckigen Chor 
statt einer halbrunden Apsis auf ihrer Ostseite. 



Obwohl sie erst 1350 erstmals erwähnt wurde,
hält man sie für den Rest der ehemaligen Burg
Graunscharn der Traungauer, die 1192 ausstarben.



Schließtlich findet man innen die
schönsten romanischen Fresken der Steiermark!



Diese sind aus dem 3. Viertel des 12. Jhdts. und seit
ihrer Restaurierung in erstaunlich gutem Zustand.



Leider ist die westliche Rückwand, 
wo früher der Haupteingang war,
nur noch aus verputztem Stein.

Es ist anzunehmen, dass auch hier Fresken waren.



Links an der Wand ist unter dem Fenster das
bekannte Fresko "Katzen-Mäuse-Krieg" zu sehen.

Dabei hat eine Katze sogar einen roten Schild 
auf ihren Rücken gebunden.



Hier die Darstellungen "Maria Verkündigung"
und "Christi Geburt" an der Südwand.


 

Maria ist dabei als Zeichen ihrer Unversehrtheit
in einer byzantinischen "Niere" dargestellt.




Ihr zu Füßen liegt ein Widder, wahrscheinlich
bereits eine Anspielung auf das "Lamm Gottes",
das später "abgeschlachtet" wird, also ihren Sohn Jesus.



 Hier das kleine Chorquadrat
in einer Nahaufnahme.



Hinter dem romanischen Kreuz im "Viernageltypus"
aus dem 13. Jhdt. sind links Johannes der Täufer 
und rechts Johannes der Evangelist zu sehen
 - letzterem ist diese Kapelle auch geweiht.



Dieser Bogen ist mit kufischen (= arabisierenden) 
Zeichen versehen, in der Mitte des Gewölbes 
befindet sich ein weiteres "Lamm Gottes". 



Um dieses herum waren einst die Symbole der 
vier Evangelisten dargestellt, von denen heute
nur noch zwei vollständig erhalten sind.



Dieser Triumphbogen und seine arabisierende
Verzierung sind in Österreich einzigartig.



Hier ragt der Fuß eines Engels in die Zeichen hinein.



Die Fresken wurden erst 1870 im Rahmen
einer Restaurierung entdeckt.




Sehenswert!







Donnerstag, 19. August 2021



Österreich, Pürgg (Steiermark):
Pfarrkirche St. Georg, Anfang 12. Jhdt.


 

Erhaben in 770 m Seehöhe bzw. über dem Ennstal 
liegt die kleine, autofreie Gemeinde Pürgg, ...


 

... die von ihrer ursprünglich romanischen Kirche,
 die 1130 geweiht wurde, dominiert wird.



Dahinter ragt der 2351 m hohe Grimming empor.



 Man kann den Ort über einen Bergpfad erreichen, ...


 

... bequemer ist es aber, bis zum Parkplatz vor Pürgg 
zu fahren und dann zu Fuß in den Ort zu gehen.



 St. Georg liegt am Ende einer Sackgasse ...



... und hat eine Holzbrücke als Verbindung
zum Pfarrhaus.



Diese führt u.a. auch in die Turmläutkammer, ...



... wo erst 1953 Fresken aus um 1300 freigelegt wurden.



Diese sind erstaunlich gut erhalten und stellen
neben der Leidensgeschichte Jesu ... 



... auch das Martyrium der Hl. Katharina dar,
die auf Räder gebunden werden sollte,
die aber vorher zerbarsten. 



Sie wurde dennoch umgebracht und
hier ist bereits ihre Aufbahrung zu sehen.



Neben diesem wieder aufgedeckten 
romanischen Rundbogenfenster ...



... sind auch einige Fabelwesen wie ein Teufel
(ganz links) und ein Drache dargestellt.



Eine Rarität ist das Westportal von St. Georg,
das noch eine original romanische Holztüre aufweist.



Innen ist vom romanischen Ursprung der Kirche
allerdings nichts mehr zu sehen.



Sie wurde Anfang des 14. Jhdts. gotisch umgestaltet
und später innen barock ausgestattet.



Auch der Chor wurde bis 1324 neu errichtet,
wobei der Chorturm entfernt und ein neuer Turm
auf quadratischer Basis an der Westseite erbaut wurde.



Unter dem Chor befindet sich ein Karner, in dem 
menschliche Überreste aufgeschlichtet sind.



Von St. Georg aus hat man nicht nur 
einen schönen Blick auf das breite Ennstal, ...



... sondern sollte unbedingt auch die kleine  
romanische Johanneskapelle besuchen, ...



... die nur wenige 100 m entfernt auf einem Hügel steht
und ebenfalls mit alten Fresken aufwarten kann
(s. separater Eintrag).


 

Pürgg, seine Kirche und seine Kapelle 
sind im Winter ebenso sehenswert ...



... wie im Sommer und wie seine Häuser.





Unbedingt ansehen!