Dienstag, 23. August 2016


Slowenien, Libeliče (Koroska):
Karner der Pfarrkirche St. Martin, 11. Jhdt.



Auf einem Hügel im kleinen Grenzort Libeliče
- keine 500 m nach der österreichischen Grenze hinter Lavamünd  ...



... ist dieser schöne und alte Karner zu finden.




 Ganz im romanischen Stil ist er rund
und verfügt an seiner Ostseite eine hohe Apsis.




 Bemerkenswert ist, dass er an seiner Nordseite ...



... eine kleine Kanzel aufweist, ...



... die wohl früher für Predigten zum Volk,
das darunter im Friedhof stand, diente.



Gleich darüber befindet sich eines ...



... der kleinen, romanischen Fenster, ...



... das nun von den Tauben sehr geschätzt wird.



An seiner Westseite ist der Karner fensterlos ...



... während sich an der Südseite ...



... ein weiteres Rundbogenfenster befindet.



Der Zugang zum Karner erfolgt
über ein erstaunlich schlichtes Portal, ...



... unter dem sich auch der Zugang
zum tatsächlichen Beinhaus befindet.



Daneben ist gleich die Kanzel,
zu der drei Stufen führen.



Innen ist das Obergeschoss zur Kapelle umgebaut worden,
nur weiß getüncht und eher spärlich eingerichtet ...



... sowie mit einer schlichten Holzdecke gedeckt,
auf der man die Tauben herumtappen hört.



Hier die zwei Rundbogenfenster von innen
- mit Spinnweben.



Die Mauer zur Absicherung des Hanges hinter dem Karner ...


 

 ... ist erst unlängst renoviert und verstärkt worden.




Diese schützt auch die Pfarrkirche St. Martin, ...



... die sich nördlich des Karners befindet.



 Auch sie weist in ihrem Langhaus romanische Spuren auf, ...



... die bei der jüngsten Renovierung ...



 ... sorgfältig wieder aufgedeckt ...


 ... und liebevoll verziert wurden.


 

An der Südostecke wurde ein zweistöckiger Anbau angefügt, ... 


 

... an den im Osten eine runde, ...


 
... große Apsis wohl aus dem Barock anschließt.


 

Die Nordseite zeigt keine mittelalterlichen Fenster mehr, ...



... auch der Kirchturm scheint später entstanden zu sein.



Dieser hat einen Durchgang, ...



... mit hübschen Pflastersteinen, ...



... von dem aus man ebenfalls in die Kirche gelangen kann,
wenn sie offen ist.



Hier nochmals der Turm von St. Martin ...



... sowie der zweigeschossige Karner daneben.









Samstag, 20. August 2016


Ungarn, Csempeszkopács (Westtransdanubien):
Kirche St. Michael, Mitte 13. Jhdt.



Dieses bemerkenswerte Kirchlein befindet sich
auf einem kleinen künstlichen Hügel
im ehemaligen Ortsteil Csempeszháza,
der später mit Kopács zum heutigen Csempeszkopács fusionierte.



Der Hügel war früher auch Friedhof.

Ein kleiner See, der im 19 Jhdt. in der Nähe ausgehoben wurde,
ist mittlerweile wieder zugeschüttet.



Dieses Gebiet war bereits während der Römerzeit besiedelt
wie im Boden gefundene Grabsteinfragmente beweisen.

So sind in der Kirche auch zum Teil römische Ziegel verbaut.



Die mehr als halbrunde Apsis ...



... weist nur ein kleines Fenster auf, ...



... hat dafür aber noch ein gut erhaltenes Fries ...



... dessen alte Bemalung zum Großteil noch erhalten ist.



Hier das schmale Lanzettfenster aus der Nähe.



Die noch größere Überraschung wartet auf der Südseite:

Neben zwei Rundbogenfenstern 
ist auch noch ein altes romanisches Portal zu sehen.



St. Michael besteht 
- wie viele westungarische Landkirchen der damaligen Zeit -
aus einer Ostapsis, einem kleinen Langhaus und einem Westturm.



Erstmals ist es 1273 urkundlich erwähnt worden.



Ab dem 16. Jhdt. war es vorübergehend protestantisch,
  1664 wurde es den Katholiken wieder zurückgegeben.



Das schöne Südportal hat einen Dreiecksgiebel darüber
sowie zwei zackige korinthische Säulen an den Seiten.

Man vermutet, dass hier derselbe Steinmetz am Werk war
wie im nahen Ják.



Die Kapitelle ...



... zeigen auf beiden Seiten ...


 


 
 
... äußerst dekorative Verzierungen.



Im Tympanon ist das Agnus Dei zu sehen
verziert mit zwei Tauben und Pflanzenranken.

Schade ist nur, dass alles nicht mehr original,
sondern schon eine Replika zu sein scheint:

Die Originale sind wahrscheinlich
in irgendeinem Museum gelandet.



Dafür sind die zwei kleinen romanischen Fenster ...



... sowie das Rundbogenfries darüber
sicher noch der Ursprungszeit zuzurechnen.



Auffällig ist der glatte, unverzierte Turm ...



... mit seinen zwei Reihen an Biforien,
wobei die unteren Fenster höher sind als die oberen.



Der Kirchturm wurde erst einige Zeit später angebaut.



An der Ostseite (hier nur rechts im Bild)
scheint das Fenster teilweise vermauert worden zu sein.





Die Nordseite des kompakten Langhauses ist fensterlos, ...



... dafür aber mit demselben Fries geschmückt wie die Apsis.




Auch innen wirkt St. Michael sehr kompakt.



Hier sind noch Freskenfragmente
aus dem Ende des 13. Jhdts. erhalten, ...


... die Apostelfiguren darstellen 
(s. hinter dem Kreuz rechts an der Wand).



Die Apsiskalotte allerdings wurde 1658 mit drei göttlichen Tugenden,
der Triumphbogen in der Renaissance mit dekorativen Motiven ausgemalt.



Der spätbarocke Altar zeigt die Hl. Familie,
 ein Gemälde von Stephen Dorfmeister.



An der südlichen Langhauswand sind
weitere barocke Wandmalereien aus 1658 zu finden.



Auch die Westseite und ihre Empore weist florale Schmuck auf.



Die Kirche ist von 1966 - 1968 unter der Leitung 
von Ferenc Mendele restauriert worden.
 



Absolut sehenswert!