Freitag, 25. Oktober 2013



Italien, Morter (Südtirol):
St. Vigilius Kirchlein, 1080 geweiht.





Mitten in einer Apfelbaum-Plantage im Ort Morter
steht dieses kleine Kirchlein,
das bereits vorromanischen Ursprungs ist.

(s. das Dach der Kirche im oberen Bild links Mitte)



Es gehört zu den ältesten und interessantesten
Sakralbauten des Vinschgaus,
da es die einzige Kirche mit drei Apsiden in Kleeblattform ist.



An der Ostseite befindet sich auch ein kleiner Fassadenturm mit Glocke.



Die Steinschichtungen der Mauern sind sehr regelmäßig.



Das Kirchlein weist größere und kleinere Rundbogenfenster auf,
nur an der Westseite gibt es ein rundes und ein eckiges Fenster.



Laut mündlicher Überlieferung war es früher St. Blasius geweiht
oder hatte sogar ein Doppelpatrozinium (St. Blasius und St. Vigilius).



An der südlichen Außenfassade
befinden sich eine Kreuzigungsgruppe aus dem 14. Jdht.
sowie eine steingerahmte Spitzbogentür mit Rundstab. 



Das Langhaus ist innen mit einer flachen Holzdecke eingedeckt.



Hier der Altar des Kirchleins.

(Die beiden oberen Bilder sind der Website
von "Stiegen zum Himmel" entnommen.)






Donnerstag, 24. Oktober 2013



Italien, Laas (Südtirol):
Kapelle St. Markus, 12. Jdht.


 

 Gleich südlich neben der Pfarrkirche von Laas ...



... befindet sich diese ehemalige Kirche,
die heute als Kapelle wieder hergestellt ist.



Sie wurde 1323 erstmals erwähnt
und wird im Volksmund St. Marx genannt. 


 

Auffällig ist die Schichtung großer Quadersteine
und die Regelmäßigkeit in ihrem Mauerwerk.



Der heutige Eingang liegt im Nordwesten der Kapelle.



Die ehemalige Kirche ist zweigeschossig und
für ein romanisches Gebäude relativ hoch,
hatte aber nie einen Glockenturm.



Eine ebenso interessante wie ansprechende Lösung
wurde im Zuge der Renovierung der Kapelle im Jahr 2000
zur Schließung der großen Atelierfenster gefunden.

Diese waren nach der Profanierung der Kirche unter Joseph II.
für die darin untergebrachte Steinmetzschule ausgebrochen worden.



Heute sind diese mit Deko-Glas
mit der Abbildung der benachbarten Steine geschlossen. 

Links unten wurde der Zugang zur Krypta frei gelegt,
die über Jahrhunderte als Depot für Grabknochen diente.


 

Die Kreuzöffnung im oberen Langhaus
ist angeblich absichtlich etwas nach links versetzt worden.



Hier der große Kapellenraum von innen.



Das ausgesparte Kreuz ist auch von innen gut sichtbar.

(s. eindringendes Licht ganz oben)



Der Steinboden in der Apsis ist noch original.



Da die Zwischendecke wieder entfernt wurde,
bietet St. Markus heute ein großzügiges Raumambiente.



Sogar einige Freskenreste aus dem 14. Jdht.
konnten während der Renovierung wieder frei gelegt werden.



Hier nochmals der Blick von St. Markus
zur gegenüber liegenden Pfarrkirche St. Johannes.



Deren Turm und Apsis aus dem 12. Jdht.
sind ebenso sehenswert wie die Kapelle selbst.




Beide unbedingt ansehen! 









Italien, Laas (Südtirol):
Pfarrkirche St. Johannes der Täufer,
Apsis und Turm 12. Jdht.


 

Eine absolute romanische Rarität befindet sich in Laas,
das nördlich des Stilfser Joch-Massivs liegt:



Ein romanischer Turm ...



... und eine romanische Apsis aus dem 12. Jdht.



Diese konnte 1973 aus den gefundenen Steinen
vollständig rekonstruiert werden.



Neben Halbsäulen mit Adler- und Blattkapitellen
und Rundbogenfenstern ...



... finden sich hier auch Reliefs von Löwen, ...



... Bären und Heiligen.



Das Langhaus ist allerdings erst aus dem Jahr 1849.



Hier kurz die Innenansicht der Kirche:

Die Westempore mit der Orgel ...



... sowie der Altarraum im Osten.

Durch den grünen Vorhang (s. Mitte unten)
gelangt man schließlich in den romanischen Kirchenraum.



Die Apsis ist auch innen beispielhaft restauriert worden,
wenn auch verputzt.



Am Triumphbogen wurde ein aufgefundener
romanischer Steinkopf angebracht. 



Auffallend ist auch die frühmittelalterliche Altarmensa ...



... mit einem ebenso alten Relief,
das die Märtyrer Sisinius, Alexander und Martyrius darstellt.



Das Taufbecken stammt aus dem späten 15. Jdht,
das goldene Hochkruzifix daneben aus um 1500.





Im oberen Teil dürfte auch dieses romanische Portal 
in der Südwand noch original romanisch sein.



Die Nordwand ist ebenfalls steinsichtig gehalten.



Hier wurden Teile Spolien aus der Römerzeit verbaut.

(s. zwei helle Steine Mitte links)



Hier nochmals der Blick auf den Turm
mit seinen Tri- und Biforienfenstern.



Gleich neben der Pfarrkirche St. Johannes
befindet sich die ebenso alte Kapelle St. Markus.

  


Gemeinsam sind beide Gebäude
auf jeden Fall eine Führung wert!