Montag, 2. September 2013



Österreich, Vöcklabruck (Oberösterreich):
Kirche Maria Schöndorf, bereits 824 erwähnt.


 

Diese höchst eigenwillige Kirche steht relativ markant
auf einem Hügel an der Schnellstraße,
die vom Süden her nach Vöcklabruck führt. 



Sie war früher die Pfarrkirche von Vöcklabruck
und lange Zeit die Wallfahrtskirche "Zur Schöndorfer Madonna".

1147 wurde sie als große Mutterpfarre
von Vöcklabruck und den umliegenden Gemeinden bezeichnet.



Sehr auffällig sind dieser massive "Römerturm"
- hinter dieser Bezeichnung dürfte mehr als nur ein Funke Wahrheit stecken -
über dessen genaue Entstehungszeit nichts bekannt sein dürfte, ...



.. sowie der zweite, kleinere Turm mit Kegeldach,
der 1476 erhöht wurde. 



Dass eine Kirche zwei Türme hintereinander hat,
ist allerdings absolut einmalig in Österreich.

Zwei der drei Kirchenglocken stammen übrigens aus dem Jahr 1495.



Das zweischiffige, gotische Langhaus wurde von 1450 - 1476 erbaut. 



Der Chorraum wurde bereits um 1400 neu eingewölbt
und mit den langen gotischen Maßwerkfenstern ausgestattet.



Unter dem Hauptaltar wurden sogar Fundamente
von drei karolingischen Apsiden aus um 800 ergraben.

Das Altarbild, das die Muttergottes darstellt, stammt aus 1430.



Hier das Doppelschiff des Langhauses mit der Orgel,
auf der auch Anton Bruckner spielte, ...



... sowie einige mittelalterlichen Fresken auf der Westempore.



An der Westseite ist im mächtigen Römerturm
diese Altarnische untergebracht.



An der ehemaligen Außenseite des Römerturms
finden sich noch die Beine des ehemaligen, übermannsgroßen Hl. Christophorus.



Hier gibt es auch gotische Grabsteinplatten ...



... sowie diese alte Darstellung der Kirche.




Auf jeden Fall ansehen!






Sonntag, 1. September 2013



Österreich, Großrußbach (Niederösterreich):
Kirche St. Peter und Paul, Weinsteig, 12. Jdht. (?).



Auf einem kleinen Hügel mitten im Ort Weinsteig
"thront" dieses kleine Kirchlein.

Sein "Kirchberg" wurde im Mittelalter
inmitten eines Sumpfes errichtet.



Auf den ersten Blick ist der romanische Kern dieser Kirche
nicht wirklich ersichtlich, ... 



... auf den zweiten allerdings gibt der Ostchor ...



... einige zugemauerte romanische Rundbogenfenster frei.

Leider ist über den genauen Entstehungszeitpunkt
von St. Peter und Paul nichts Genaues bekannt.



Dieses Fenster wurde wohl nachträglich ein wenig vergrößert,
scheint aber auch aus der romanischen Bauperiode zu stammen.


 

Am Chor wurde auch dieses schmale Lanzettfenster frei gelegt.


 



Die Westseite ist eher einfach gehalten.



Die Kirche ist nach wie vor von einem kleinen Friedhof
sowie einer alten Friedhofsmauer umgeben.



Im Kircheninneren erinnert nur noch der runde Triumphbogen
an den romanischen Ursprung dieses Kirchleins.

Das Langhaus ist ein schlichter gotischer Saalbau.



Die Orgel von Josef Silberbauer aus 1781
ist der ganze Stolz dieser Kirche.



Hier noch ein alter Grabstein.








Österreich, Rastenfeld (Niederösterreich):
Romanische Kapelle St. Florian im Schloss Ottenstein,
2. Hälfte 12. Jdht.




Gleich wenn man von der großen Staumauer
des heute "Kampsee" genannten Stausees rechts hochblickt, ...



... sieht man auf dem Hügel das Schloss Ottenstein.

1177 wurde erstmals ein Hugo von Ottenstaine erwähnt,
die Burg ist aber sicherlich älter.



Durch diesen Lärchenhain gelangt man zum Schloss,
das heute ein Restaurant und Hotel beherbergt.



Von Weitem sieht Schloss Ottenstein wie ein Märchenschloss aus.



Es wurde von 1867 - 1878 "romantisiert",
die heutigen Dächer und Fensterläden wurden aufgesetzt und eingebaut. 

Bereits zwischen 1516 -1536 waren zahlreiche
gotische Umbauten vorgenommen worden.



Zwei dicke Wehrtürme schützten die ehemalige Burg,
die während des 30-jährigen Krieges zwei Belagerungen standhielt.



Im Burggraben werden heute einige Ziegen
sowie eine "Heidschnucke" (Schaf aus der Lüneburger Heide,
kauert sich ganz oben im Bild ins Eck) gehalten.





Durch diese beiden Tore ...





... gelangt man in den schönen Innenhof, ...





... in dem sich erst das Hauptgebäude des Schlosses befindet.







Erst in diesem zweiten Innenhof ...



... befindet sich der Zugang zur romanischen Kapelle,
die erst 1975 freigelegt wurde.

Sie war während der barocken Umbauten ab 1679 mit Stuck versehen
und später wohl als Gerümpelkammer verwendet worden.



Gott sei Dank konnten viele der Fresken fast im Original freigelegt werden,
das Rundbogenfenster wurde wieder hergestellt.



Schön ist, dass Christus in seiner Mandorla
in der Ostapsis gut erhalten ist.



Auch die Decke des zentralen Rundbaus ...


 



... wurde während der Romanik vollständig mit Fresken bemalt.



An den Seitenwänden sind noch diese Figurendarstellungen erhalten.



Fotos dokumentieren, ...



... in welchem Zustand sich die Kapelle befunden hat, ...



... und wie sie schließlich renoviert wurde.



An die Außenseite der Kapelle gelangt man nur
durch diesen kleinen Außenhof.



Die Kapelle wurde später zu einem Turm aufgestockt, ...



... an Ihrer Basis sind nur noch diese Quadersteine zu sehen.





Hier das im Zuge der Renovierung wieder eingebaute Rundbogenfenster.



An der Turmbasis kommen ebenfalls
die grob behauene Quadersteine der Ostapsis zum Vorschein, ...



... ebenso wie im Durchgang zum Außenhof.

Es ist anzunehmen,
dass diese einmal die Außenmauer der Kapelle bildeten.


  
Absolut sehenswert!

Den Schlüssel zur Kapelle und eine kleine Führung
gibt es von einem freundlichen Kellner vom Restaurant.