Samstag, 27. Juli 2013



Frankreich, Strasbourg (Bas Rhin, Elsass):
St. Thomas, ab 1196 erbaut.

St. Thomas ist die evangelische Hauptkirche der Region,
seit das Münster seit 1681 wieder katholisch ist.



Der Vorgängerbau aus dem 9. Jdht. brannte 1144 durch Blitzschlag ab.



1196 begann man mit dem Bau dieser neuen, festungsartigen Kirche
mit ihrem wuchtigen Torturm im spätromanischen Stil.



Um 1275 entstanden der Chor und das Querhaus
mit dem Vierungsturm in gotischen Formen.





Dann bis 1330 das Langhaus als Hallenkirche.



Das Bauende war 1521 mit den Seitenkapellen im spätgotischen Stil.

Ab 1524 gehörte St. Thomas der lutherischen Kirche an.
Die Thomasschule befindet sich gleich vis-à-vis.



Trotz ihres romanischen Ursprungs 
macht St. Thomas irgendwie einen unausgewogenen Eindruck.

Es ist anzunehmen, dass einige Teile dieser Kirche
nach den Zerstörungen des Weltkriegs renoviert werden mussten.



Diese spätgotische Darstellung des Hl. Michael 
gehört zu den größten ihrer Art in Frankreich.



Hier der Blick in den wuchtigen romanischen Westturm,
in den auch die Orgel gesetzt wurde.

Ein Kuriosum von St. Thomas ist es, 
dass bereits seit dem Mittelalter 
die Glocken 5 Minuten vor dem Münster läuten, 
um dieses nicht zu übertönen oder von diesem übertönt zu werden.





Freitag, 26. Juli 2013



Frankreich, Strasbourg (Bas Rhin, Elsass):
Kirche St. Etienne, 13. Jdht.

(Bild aus Wikipedia entlehnt.)



Leider ist es weder möglich,
ein besseres Bild zu machen noch die Kirche zu besichtigen,
da diese Teil des protestantischen Stephansgymnasiums ist.

Alle Bemühungen, die Kirche kurz ansehen zu dürfen,
sind leider nur auf taube Ohren gestoßen.

Daher sind die folgenden Bilder aus einem Buch
über die romanischen Bauten im Elsass entnommen.



Nach einem Bombentreffer im Jahr 1944
sind nur noch das Querschiff mit einer niedrigen Vierungskuppel ...



... sowie der Chor und die Apsiden aus der rheinischen Romanik erhalten.



Unter der Kirche fand man sowohl Mauern des ehemaligen Römerlagers
als auch Fundamente einer Apsis aus dem späten 4. bzw. frühen 5. Jdht.





St. Etienne dient heute als Schulkapelle.



Nachdem sie während der französischen Revolution ziemlich gelitten hatte,
wurden 1802 die Westfassade und das Langhaus abgetragen
und anschließend im neoklassizistischen Stil wieder aufgebaut.



Hier noch einige erhaltene Details wie dieses Kapitell mit Rundbogenfries ...



... oder diese Steinverzierung aus dem Mittelalter.



In einer nahen Kirche fand man diese Darstellung von St. Etienne,
in der das ursprüngliche, 60 m hohe Westwerk,
noch zu sehen ist.






Frankreich, Eschau (Bas Rhin, Elsass):
Ehemalige Abteikirche St. Trophime, spätes 10. Jdht.



Obwohl diese Kirche im Süden von Strassburg
auf den ersten Blick eher karg und fast wie eine Kapuzinerkirche aussieht,
ist sie doch eine der ältesten Kirchen des Elsass. 



St. Trophime wurde während der Regierungszeit von Karl dem Großen
durch Bischof Remigius von Strassburg als Jungfrauenkloster gegründet.



Vom ottonisch-romanischen Kirchenbau dieses Benediktinerinnen-Klosters
sind noch einige Zeugnisse wie dieses zugemauerte Rundbogenfenster erhalten.



Auch die Ostapsis dürfte noch
mit originalen Blendarkaden versehen sein.



Der Kirchturm allerdings steht am anderen Ende des Friedhofs
und ist sicherlich jüngeren Ursprungs.





Innen erinnert St. Trophime sehr an "Dompeter" bei Avolsheim,
die ja die älteste Kirche des Elsass sein soll
und nur knapp 30 km entfernt liegt.



Im Gegensatz zu "Dompeter" ist hier die Ostapsis noch erhalten.

(Bitte die schlechte Bildqualität wegen Gegenlicht zu entschuldigen.)



Hier das südliche Querhaus.



Schön ist, dass sowohl das Mittel- als auch die Seitenschiffe
wie in der Romanik üblich flach mit Holz eingedeckt sind.



Im Seitenschiff befindet sich diese Grabplatte.



Hier der Schrein mit den Reliquien der Hl. Sophia,
die Bischof Remigius zur Gründung eigens aus Rom mitgebracht hatte.



Leider ist von den Klosterbauten vor Ort
so gut wie nichts mehr erhalten.

Nur dieses gotische Fenster an der Westfassade der Kirche
mag noch ein Hinweis darauf sein,
dass hier einmal ein Kloster bestanden hat.



Dafür ist der reich verzierte Kreuzgang aus dem 11.-12. Jdht. ...



... im Museum "Notre Dame" in Strassburg rekonstruiert worden. 


 



Liebevoll wurden einige der Säulen und Rundbögen
wieder wie im Original aufgebaut.  





Erstaunlich ist der Reichtum an Verzierungen an den Kapitellen:

Hier einige Nonnen mit Heiligenschein, ...



... hier ein Mann mit seinem Hund oder Esel.



Auch der Taufstein aus um 980 ist noch erhalten.



Nicht nur der Kreuzgang von Eschau
ist im Museum "Notre Dame" in Strassburg
absolut sehenswert!




Donnerstag, 25. Juli 2013



Frankreich, Avolsheim (Bas Rhin, Elsass):
Kirche Dompeter (St. Pierre), um 1050 geweiht.



Durch diesen schönen Hain im Süden von Avolsheim
gelangt man zur Kirche Dompeter.

Diese Bezeichnung hat sich aus dem Lateinischen "Domus Petri",
also dem "Haus des Petrus", entwickelt.



Dompeter ist angeblich die älteste Kirche des Elsass.

Sie soll schon vom ersten Bischof von Köln, Maternus,
der 328 starb, gegründet worden sein.



Nachgewiesen werden konnte aufgrund von Grabungen jedenfalls,
dass hier bereits im 7. Jdht. ein Vorgängerbau existierte. 



Der massive Turm wurde nach einem Blitzschlag
in 1746 wieder hergestellt.
  


Auch heute ist Dompeter noch von einer alten Steinmauer umgeben.



Leider wurde die romanische Apsis 
1823 durch den heutigen eckigen Chorraum ersetzt.

Pfadfinder haben die Kirche 1933 restauriert.



Bemerkenswert sind diese beiden Portale,
die keine Rundbögen aufweisen,
sondern Steinbalken mit Kreuzsymbolen.



Auch das Eingangsportal ist ungewöhnlich
und deutet auf einen vorromanischen Ursprung hin.



Diese Figur über dem Eingangsportal stellt den Hl. Petrus dar.
Sie hat diesen Platz wohl erst nach der Renovierung zugewiesen bekommen.



Auch diese Gesichter an der rechten Portalsäule
sind wahrscheinlich vor der Romanik entstanden.





Das Kirchenschiff innen ist sehr schlicht gehalten.





Am auffälligsten sind die wuchtigen, quadratischen Säulen,
auf denen steingesäumte Rundbögen ruhen. 



Manche der Säulen weisen eigene Verzierungen auf,
obwohl diese hier sicher nachträglich an dieser Stelle angebracht wurden.



Von der alten Linde vor Dompeter
sind nur noch traurige Reste des Stammes übrig.

Aber man hat bereits einen neuen Baum gepflanzt.



Durch diesen bestens gepflegten Weg
 gelangt man wieder in den Ort Avolsheim zurück.



Hier nochmals ein Blick auf Dompeter.

Auch das kleine Steinhaus im Vordergrund
hat wohl schon einige Jahrhunderte überstanden.



Auf jeden Fall ansehen!